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Opel-Betriebsrat schlägt Integration aller Europa-Töchter vor

Der Betriebsrat des angeschlagenen Autoherstellers Opel hat dem Mutterkonzern General Motors ein neuartiges Unternehmensmodell vorgeschlagen.

dpa-afx RÜSSELSHEIM/BOCHUM. Der Betriebsrat des angeschlagenen Autoherstellers Opel hat dem Mutterkonzern General Motors ein neuartiges Unternehmensmodell vorgeschlagen. Es werde diskutiert, die Europa-Holding von General Motors (GM) in Zürich in eine Europäische Aktiengesellschaft umzuwandeln und in Brüssel anzusiedeln, sagte der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz der "Welt am Sonntag". Im Gespräch mit dpa am Samstag verlangte Franz, alle Unternehmensstrukturen müssten untersucht werden.

Angesichts der Krise bei Opel will der künftige EU-Industriekommissar Günter Verheugen ein verstärktes Augenmerk auf die Automobilindustrie legen. Er werde sich vor allem um die Wettbewerbsfähigkeit der Automobilbranche kümmern, sagte er der Zeitung.

Zusammenfassung Spart Bürokratie

Franz sagte der dpa, es sei zeitgemäß, die rund 100 Tochtergesellschaften von GM in Europa zusammenzufassen. Dies spare Bürokratie. Die Marke Opel und das Unternehmen müssten europäisiert werden. Bislang gebe es in den Tochterunternehmen zu viele Mehrfachfunktionen. Er habe GM einen entsprechenden Vorschlag vor einigen Wochen unterbreitet. "GM hat nicht abgelehnt. Das ist ein wichtiger Schritt nach vorne." Wichtig sei, dass die Arbeitnehmer auch eine Gestaltungsfunktion behielten. "Die Arbeitnehmer sind nicht die natürlichen Feinde von General Motors", betonte Franz.

Die Verhandlungen über den am 14. Oktober vorgestellten Sanierungsplan gehen voraussichtlich am Montag weiter. GM will in Europa in den kommenden Jahren 12 000 Stellen streichen, 10 000 davon in Deutschland - je 4 000 in Bochum und Rüsselsheim. Ziel sei es nach wie vor, Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. "Ich schätze ein solches Ergebnis als nicht unrealistisch ein", sagte Franz.

Langfristig Schliessung Nicht Ausgeschlossen

Im "Spiegel" sagte GM-Europachef Fritz Henderson, das Sanierungsprogramm, mit dem die Kosten um jährlich 500 Mill. Euro gesenkt werden sollen, sei für 2005 und 2006 ausgelegt. "Es kann erreicht werden, ohne eine Fabrik dichtzumachen". Langfristig könne er aber ein Aus von Betrieben nicht ausschließen. Wenn es um die Planung neuer Fabrikate gehe, "müssen wir klären, wo deren Produktion sinnvoll konzentriert werden kann. Aber das steht erst 2008 an."

DGB-Chef Michael Sommer hielt General Motors in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag) "eklatante Managementfehler" vor. Die Beschäftigten hätten dafür gekämpft, dass Opel mit einer Neuauflage des Omega wieder in der ersten Liga der Autobauer mitspielen könne, aber die GM-Führung lege stattdessen ein "ein blindwütiges Sparprogramm" auf.

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