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Opel-Betriebsrat schließt Streiks nicht aus

Opel-Gesamtbetriebsratsmitglied Peter Jaszcyk hat Streiks bei dem Autobauer nicht ausgeschlossen. Kurz vor Beginn der Gespräche mit der Unternehmensführung über das Sanierungsprogramm "Olympia" forderte er am Montag im WDR den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen sowie auf Standortschließungen in Europa.

ap RüSSELSHEIM. Zudem dürfe die Opel-Mutter General Motors keine einseitigen Entscheidungen treffen. Wenn die Antworten auf diese Fragen negativ ausfielen, könne er Streiks nicht ausschließen, sagte Jaszcyk.

Zugleich zeigte sich der Betriebsratschef von Opel-Bochum zuversichtlich, dass das Werk im Ruhrgebiet erhalten bleibt. Die Chancen seien riesengroß, erklärte Jaszcyk im WDR. Die Ankündigung möglicherweise Bochum zu schließen, sei Teil des psychologischen Tricks von General Motors, Betriebsrat und Belegschaft weich zu kochen für andere maßgebliche einschneidende Maßnahmen. Zugleich betonte Jaszcyk, die Arbeitnehmervertreter strebten eine europäische Lösung an, das bedeute: "Niemand trägt die Last des anderen, sondern wir alle tragen Lasten, in die uns Manager reingebracht haben". Man werde sich nicht auseinander dividieren lassen.

Das Opelwerk in Eisenach ist nach Ansicht des dortigen Betriebsratsvorsitzenden Harald Lieske kein speziell bedrohter Standort. Zwar sehe das Sanierungsprogramm "Olympia" keine Sonderrollen für einzelne Werke vor und jeder Ort komme auf den Prüfstand, doch für die rund 2 000 Opel-Mitarbeiter in Eisenach sei er optimistisch, sagte Lieske in Eisenach auf Anfrage.

In Thüringen sei 1992 ein völlig neues Werk gebaut worden, das einen hohen Sympathiebonus in ganz Deutschland habe und in der Produktivität nach wie vor in der Spitzengruppe liege. Maßstab für andere Werke sei auch die Art und Weise, wie in Eisenach die Arbeit in Teams organisiert sei. Wenn Opel das Ziel habe, sein Image weiter zu verbessern, sei dem ohnehin die Schließung irgendeines Standortes sehr abträglich. In Eisenach wird überwiegend der Corsa, aber auch der Astra produziert.

Opel-Chef Carl-Peter Forster hatte vergangene Woche das Restrukturierungsprogramm "Olympia" vorgestellt, mit dessen Hilfe das Unternehmen wieder in die schwarzen Zahlen fahren soll. Vorgesehen sind harte Einschnitte bei Personal und Produktion, die um 15 % verringert werden soll. Geprüft wird auch die Stilllegung eines Werkes in Europa.

Nach früheren Informationen aus dem Opel-Aufsichtsrat droht bundesweit der Abbau von rund 6 000 Arbeitsplätzen, sollten Forsters Sanierungspläne unverändert umgesetzt werden. Sollte eines der vier großen deutschen Opel-Werke geschlossen werden, dürfte der Jobabbau den Einschätzungen zufolge noch stärker ausfallen.

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