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Opel-Betriebsrat will Stellen erhalten - Verzicht auf Zulagen

Beim geplanten Stellenabbau bei Opel ist nach Einschätzung des Betriebsrates das letzte Wort noch nicht gesprochen. "Wir akzeptieren die Zahl 6 500 noch nicht", sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz am Samstag in Rüsselsheim. "Sie ist Gegenstand von Verhandlungen.

dpa-afx RÜSSELSHEIM. Beim geplanten Stellenabbau bei Opel ist nach Einschätzung des Betriebsrates das letzte Wort noch nicht gesprochen. "Wir akzeptieren die Zahl 6 500 noch nicht", sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz am Samstag in Rüsselsheim. "Sie ist Gegenstand von Verhandlungen. Wenn wir ein paar hundert weg verhandeln können, dann haben wir unsere Aufgabe erfüllt." Das könnten zum Beispiel ein Drittel der 750 Beschäftigten in der Komponentenfertigung im Werk Bochum sein. Der Werkzeugbau in Rüsselsheim und Bochum mit 700 Leuten könne als Profit Center selbstständiger werden und Aufträge von außen annehmen.

Franz bekräftigte die Bereitschaft, gegen klare Zusagen des Mutterkonzerns General Motors (GM) über den Verzicht auf übertarifliche Zulagen zu verhandeln. IG-Metall-Vize Bertold Huber betonte, Vorrang habe die Sicherung der Arbeitsplätze. "Der Preis dafür könnte die Abschmelzung von übertariflichen Leistungen sein." Bislang verdienen Opel-Beschäftigte 15 bis 20 Prozent über Metall-Flächentarif.

Franz: Oberthema IST Absicherung VON Jobs

Der Mutterkonzern General Motors will bei Opel mit 9 500 Stellen fast jeden dritten Arbeitsplatz sozialverträglich abbauen. "Wir schätzen, dass rund 2 500 in ausgelagerten Unternehmensteilen abgesichert werden können", sagte Franz. Weitere 6 500 Mitarbeiter sollen freiwillig eine Abfindung annehmen und in Beschäftigungsgesellschaften wechseln. Die Beschäftigten müssen sich bis zum 31. Januar 2005 entscheiden. "Auch wenn sich zu wenige Mitarbeiter melden, wird es keine betriebsbedingten Kündigungen geben", unterstrich Franz. Es werde dann eine Einigungsstelle unter dem Vorsitz eines Arbeitsrichters gegründet. Darin müssten Arbeitgeber-Vertreter und Betriebsräte eine Lösung finden.

"Unser Oberthema ist die Absicherung von Jobs", unterstrich der Gesamtbetriebsratsvorsitzende. Für das Werk in Bochum, wo 3 600 Stellen betroffen sind, rechne er mit harten Auseinandersetzungen. "Mit der langfristigen Zukunftsperspektive für Bochum werden wir eine harte Nuss zu knacken haben." Die Arbeitnehmer fordern eine Absicherung für die Opel-Standorte über 2010 hinaus. "Dafür sind wir bereit, auf übertarifliche Zulagen zu verzichten. Zu einem Arbeitszeitkorridor von 30 bis 40 Stunden sagen wir ebenfalls ja." Eine Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich lehne der Betriebsrat aber ab, weil dies das "dramatische Beschäftigungsproblem" nur verschärfen würde.

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