Opel-Kooperation an mehreren Standorten
Thyssen-Krupp will finnische Valmet ganz übernehmen

Der Thyssen-Krupp-Konzern wird in absehbarer Zeit seinen Anteil an dem finnischen Autobauer Valmet auf 100 % von derzeit zehn Prozent aufstocken. Ein Unternehmenssprecher wollte sich am Dienstag aber nicht auf einen Zeitpunkt festlegen lassen.

rtr BOCHUM. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Valmet mache wenig Sinn, wenn die Option für die restlichen Anteile nicht genutzt werde, sagte der Unternehmenssprecher in Bochum. Wann Thyssen-Krupp die im November beim Einstieg in Valmet vereinbarte Option ausüben werde, sei aber noch offen. Sie gelte noch bis 2003. Die Zeitung "Die Welt" hatte in ihrer Dienstagsausgabe berichtet, die vollständige Übernahme stehe noch im laufenden Jahr an.

Gleichzeitig dementierte der Sprecher von Thyssen-Krupp Automotive einen Zeitungsbericht, demzufolge Thyssen-Krupp Werke von Opel kaufen wolle.

Stillschweigen über Kaufpreis

Auf den Kaufpreis für die restlichen 90 % haben sich Thyssen-Krupp und die Valmet-Muttergesellschaft Metso den Angaben zufolge bereits im vergangenen Jahr geeinigt. Man habe aber Stillschweigen darüber vereinbart. Damals war auch der Preis für den Einstieg mit zehn Prozent nicht genannt worden. Metso hatte seinen Rückzug aus Valmet mit der Konzentration auf die Kerngeschäfte Maschinenbau und Forstwirtschaft begründet

Valmet baut im Auftrag großer Autohersteller Fahrzeuge in Kleinserien, zum Beispiel den "Boxter" von Porsche. Thyssen-Krupp sieht darin einen zukunftsträchtigen Bereich. Mittlerweile sei jeder Autobauer bestrebt, seine Produktpalette durch Nischenprodukte wie Cabriolets oder Coupes abzurunden. Immer häufiger würden solche Kleinserien bis zu 100 000 Stück von Fremdfirmen gebaut.

Früheren Angaben zufolge fertigte Valmet im Jahr 2000 knapp 40 000 Fahrzeuge, darunter neben dem "Boxter" auch zwei Saab-Modelle. Porsche hatte im vergangenen Jahr seinen Vertrag mit Valmet bis 2008 verlängert.

Opel-Kooperation an mehreren Standorten

Thyssen-Krupp ist nach den Worten seines Unternehmenssprechers bei den Verhandlungen mit Opel noch nicht zu einem Abschluss gekommen. Es werde über eine Kooperation an mehreren Standorten geredet, wobei aber die Art der Kooperation noch offen sei, sagte der Sprecher zu einem Zeitungsbericht, wonach Opel sein Presswerk und sein Komponentenwerk in Kaiserslautern an ThyssenKrupp verkaufen wolle. Kaiserslautern gehöre mit Bochum zu den Standorten, über die gesprochen werde, bestätigte der Unternehmenssprecher.

Thyssen-Krupp-Aktien notierten am Dienstagmittag in einem freundlichen Marktumfeld bei 17,37 ? knapp 0,5 % im Plus im Vergleich zum Vortag.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%