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Opel schließt strategische Allianz mit AOL

Der Autohersteller Adam Opel AG hat eine strategische Allianz mit dem Internet- Dienstleister AOL Deutschland geschlossen, um Kunden verstärkt über das Internet anzusprechen.

Reuters RÜSSELSHEIM. Opel-Chef Carl-Peter Forster sagte am Dienstag in Rüsselsheim, sein Unternehmen werde dafür einen "deutlich zweistelligen Millionenbetrag" investieren". Opel setze darauf, dass das Internet für den Autokauf immer wichtiger werde, und da wolle der Konzern ganz vorne dabei sein. Der AOL-Deutschland-Chef Uwe Heddendorp verwies darauf, dass in den USA etwa jeder zweite Autokauf über das Internet vorbereitet werde. "Und es gibt keinen Grund dafür, dass diese Entwicklung nicht auch in Deutschland eintreten wird", sagte er.

Im Rahmen der Allianz wird nach den Angaben ab September 2001 das Fahrzeugangebot von Opel in allen AOL-Plattformen integriert. So würden bei AOL Informationen über die gesamte Fahrzeugpalette und über die Einführung neuer Modelle der deutschen General Motors-Tochter bereitgestellt. Zudem werde AOL die Pkw-Offerten von Opel in seine Auto- und Gebrauchtwagenbörse einbinden. Außerdem soll es auf den AOL-Seiten eine direkte Verbindung (Link) zur Opel-Homepage geben, wo potenzielle Kunden über die Initiative "Webk@uf" Neufahrzeuge mit bestimmter Ausstattung direkt bestellen können.

Opel hat nach den Worten von Firmenchef Forster keine bestimmte Erwartung, in welchem Umfang durch die Kooperation mit AOL zusätzliche Fahrzeugverkäufe erreicht werden sollen. Aber man erhoffe sich natürlich dadurch ein zusätzliches Geschäft, sagte er. Ziel der Zusammenarbeit sei es vor allem, bisherige Kunden noch stärker zu binden und neue Kunden zu gewinnen.

AOL-Deutschland-Chef Heddendorp sagte, auf den AOL-Seiten bleibe auch das Fahrzeugprogramm anderer Marken enthalten, doch Opel werde an vielen Stellen als "Premiumpartner" vertreten sein. Die Zusammenarbeit sei zunächst auf zwei Jahre angelegt. Es werde jedoch angestrebt, sie dann zu verlängern. "Die Kooperation ist umfassend und richtungweisend, da sie langfristig angelegt ist", sagte Heddendorp.

Opel verkauft seit einigen Monaten unter dem Titel "Webk@uf" bestimmte Fahrzeuge direkt über das Internet. Forster sagte, im Rahmen des Versuchs seien bislang 69 Fahrzeuge verkauft worden. Dies sei eine niedrige Zahl, und auch weniger als zunächst erwartet. "Wir sehen das aber als Frühphase einer Entwicklung, die sicher kommen wird", sagte Forster. Er gehe davon aus, dass das Thema Autokauf per Internet an Bedeutung gewinnen werde.

Zu Medienberichten, wonach Opel die Einführung der nächsten Generation des Kompaktmodells Opel Astra auch auf dem US-Markt erwäge, sagte Forster, Opel sei primär in Europa zu Hause und habe noch "einige Hausaufgaben" zu erledigen, bevor an Exporte nach Übersee gedacht werde. Es werde laufend diskutiert, wann und in welcher Form Fahrzeuge in den USA verkauft werden könnten. Eine Entscheidung könne er aber nicht bekannt geben.

Forster ist seit April Vorstandschef der zuletzt unter hohen Verlusten leidenden deutschen Tochter des weltweit größten Autokonzerns GM. Im vergangenen Jahr hatte Opel einen operativen Verlust von fast einer Milliarde Mark erwirtschaftet. Der Absatz in Deutschland war um rund ein Fünftel eingebrochen. Zuletzt hatte Forster zum Ausblick für das laufende Jahr lediglich mitgeteilt, das Ergebnis solle besser ausfallen als im Jahr 2000. Entgegen früherer Aussagen werde aber für 2001 keine Steigerung des eigenen Marktanteils im Inland erwartet.

Die Opel-Muttergesellschaft GM kooperiert in den USA ebenfalls mit AOL.

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