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Opel will mit neuem Marketing aus der Krise

Mit neuem Image und einer breiteren Modellpalette will der tiefrote Zahlen schreibende Autobauer Opel durchstarten. Der neue Vorstandschef, Carl-Peter Forster, rechnet allerdings mit einem steinigen Weg aus der Krise. Wann Opel das Comeback gelingt, ließ der Top-Manager offen.

zel/hz RÜSSELSHEIM. Der neue Opel-Chef Carl-Peter Forster hat einer Verbesserung des Markenimages höchste Priorität eingeräumt. "Andere Hersteller haben die Markenbildung konsequenter betrieben", sagte Forster gestern im Gespräch mit dem Handelsblatt. Die Traditionsmarke, die vielen bisher als langweilig gilt, will künftig mit innovativen Fahrzeugkonzepten und attraktivem Design ihr Image aufpolieren und die Konkurrenz wieder angreifen.

Forster setzt damit bei künftigen Modellen auf das Erfolgsmuster des Opel-Minivans Zafira, der mit seinen sieben variablen Sitzen zum Publikumsrenner geworden ist. Die Adam Opel AG, Rüsselsheim, werde im Moment in der Öffentlichkeit "unter Wert geschlagen". Die Diskussionen um den Wechsel an der Vorstandsspitze hätten die positiven Ansätze auf der Produktseite während der vergangenen Monate überlagert. Allerdings könne es auch noch Jahre dauern, bis Opel wieder deutlich beim Image zugelegt habe.

Forster will dabei durchaus auf der Arbeit seines glücklosen Vorgängers Robert Hendry aufbauen. "Hendry hat absolut die Basis dafür gelegt", betonte er. Das Markenbild von Opel soll sich nach Forster Vorstellungen künftig auf vier Säulen stützen: vielseitige Einsatzmöglichkeiten der Autos, Fahrvergnügen, moderne Informationstechnologie und attraktives Design. Qualität bezeichnete Forster als "notwendige, aber nicht hinreichende Voraussetzung" für den Wiederaufstieg. Gute Qualität sei einfach ein Muss. Der Rüsselsheimer Automobilhersteller hatte in den vergangenen Jahren massive Qualitätsprobleme.

Durchstarten will Forster mit einer Verbreiterung der bestehenden Modellpalette. Deshalb werde Opel zunächst an innovativen Fahrzeugkonzepten arbeiten, die die vorhandenen Modelle ergänzten. Zurückhaltend äußerte sich Forster dagegen zur Zukunft des Spitzenmodells Omega. Er wollte sich nicht festlegen, welches Fahrzeug bei Opel künftig das Angebot nach oben abgrenzt. In den vergangenen Monaten hatte es vermehrt Spekulationen über ein Ende für das Opel-Oberklasse-Modell gegeben.

Die Diskussionen über mögliche Probleme zwischen Opel und der US-Muttergesellschaft General Motors (GM) hält Forster für "überbewertet". "Wir sind eigentlich froh, dass wir eine starke Mutter im Rücken haben", sagte er. Opel profitiere vom Know-how der Mutter. Außerdem decke GM die aktuellen Verluste bei Opel, die im vergangenen Jahr fast 900 Mill. DM betrugen. Doch auch die Geduld des Mutterkonzerns dürfte Grenzen kennen: Forster ließ jedoch offen, bis wann Opel wieder schwarze Zahlen wolle.

Große Hoffnungen setzt der neue Opel-Chef in die Zusammenarbeit mit dem italienischen Automobilhersteller Fiat. Forster bezeichnete die Kooperation als "riesige Chance". Vor allem im Motorenbereich könne Opel von Fiat profitieren. Die deutsche GM-Tochter hatte die Entwicklung moderner Diesel-Aggregate in den vergangenen Jahren verschlafen.

Nach Forsters Worten ist die gesamte Bandbreite der möglichen Kooperation mit Fiat überhaupt noch nicht "ausgelotet" worden. Im Moment beschränkt sich die Zusammenarbeit auf den gemeinsamen Teileeinkauf und den Austausch von Antriebskomponenten wie Motoren.

Forster sieht auch Chancen für eine gemeinsame Fahrzeugentwicklung - bis zur Oberklasse. Die Opel-Konzernmutter GM hatte sich im vergangenen Jahr mit 20 % an Fiat Auto beteiligt.

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