Open-Source-Software
Gut und günstig

Discounter haben derzeit Hochkonjunktur. Schnäppchenjäger gibt es wie Sand am Meer. Und niemand scheut sich zusagen, dass er "billig" eingekauft hat. In der Software-Branche ist das nicht anders. Kostengünstige Open-Source-Produkte sind gefragter denn je - das steht für IT-Dienstleister Dr. Winfried Materna (*) jedenfalls fest.

DORTMUND. Längst steht CIOs wie IT-Leitern nicht mehr das Blanko-Scheckbuch für die Erfüllung ihrer Aufgaben zur Verfügung. IT-Kaufentscheidungen ziehen sich in die Länge oder werden ganz verschoben. An allen Ecken und Enden wird gespart. Trotzdem muss die Arbeit getan werden. Da kommen "freie" quelloffene Software und das alternative Betriebssystem Linux gerade recht: Sie versprechen die Budgets zu entlasten und dennoch einen guten Job zu machen. Open-Source ist zum Synonym geworden für Flexibilität und Kostenbewusstsein.

Sicherlich fühlt sich auch so mancher IT-Leiter wieder in alte Zeiten versetzt, als er noch selbst entwickeln und tüfteln durfte. Etwas nostalgisch mutet sie ja an, die Open-Source-Fangemeinde. Entwickler aus aller Welt tragen dazu bei, dass ständig neue Produkte hinzukommen, Fehler ausgemerzt und vorhandene Lösungen noch besser werden.

Ganze Branche beschäftigt sich mit Open-Source

Doch der Schein trügt: Ein Produkt, das so erfolgreich läuft und so viele Anhänger in aller Herren Ländern gefunden hat, wird auch kommerziell ausgeschlachtet. Mit Open-Source beschäftigt sich eine ganze Branche. So ist mitten in einer Wirtschaftskrise ein blühender Markt entstanden. Das Geschäft mit Dienstleistung und Beratung floriert. Gerade zurückhaltende und konservative Branchen wie das Finanzwesen und die öffentliche Verwaltung haben die freie Software für sich entdeckt. IBM hat im vergangenen Jahr beispielsweise 1,5 Milliarden Dollar Linux-Umsätze erzielt. Insbesondere dem deutschen Unternehmen SuSE wird eine führende Rolle beim Betriebssystem Linux attestiert. Der Anbieter habe in punkto neuer Funktionen gegenüber amerikanischen Konkurrenten die Nase vorn.

Verschiedene Studien zeigen, dass die Bedeutung von Open-Source-Software in den nächsten Jahren weiter zunehmen wird. Die Möglichkeit, Geld zu sparen, der Unmut über die Arroganz etablierter Anbieter, zunehmende Angst vor Abhängigkeiten und der Wunsch nach Selbstbestimmung über Update-Zyklen führen zu einer Neugestaltung der IT-Welt. Die Vorteile offener Systemwelten überwiegen, so die fast einhellige Meinung der IT-Welt. Kosten, Flexibilität, Unabhängigkeit und Sicherheit sprechen deutlich für die günstigeren Alternativen zu teurer Standard-Software. Gerade wieder ist eine Studie von Soreon Research erschienen, die bescheinigt, dass Open-Source die IT-Budgets entlastet. Der größte Teil des Gesparten ist dabei auf den Wegfall von Lizenzkosten zurückzuführen.

Damit sind Linux und Open-Source-Software schneller heimisch geworden in der IT-Landschaft, als selbst die optimistischsten Fans erwartet hatten. Eine aktuelle Studie bestätigt: die Entwicklung und der Reifegrad von Linux schreiten mit hohem Tempo voran. Die erstmals seit ihrem Bestehen gebeutelte IT-Branche kann solche Trends gut gebrauchen.

(*) 1980 gründete Winfried Materna die Materna und erkannte damit frühzeitig, welche große Zukunft die Informationstechnologie haben würde. Lesen Sie mehr über den Materna-Chef in seinem Portrait weiter ...

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