Open Source wird reif für's Business
Linux-Branche traf sich in Frankfurt

Mehr als 70 Unternehmen kamen zum größten Linux-Ereignis des Jahres in Europa zusammen. Linus Torvalds, Erfinder des Open-Source-Betriebssystems und Jon "Maddog" Hall von Linux International waren die Stars der Veranstaltung.

HB DÜSSELDORF. Die vom 5. bis 7. Oktober laufende LinuxWorld Conference & Expo in Frankfurt war mit mehr als 70 teilnehmenden Unternehmen das größte Linux-Business-Ereignis des Jahres in Europa. Linus Torvalds, Erfinder des Open-Source-Betriebssystems und Jon "Maddog" Hall von Linux International waren die Stars auf der Podiumsdiskussion mit dem verheißungvollen Thema "Quo vadis Linux".



Dass die IT-Branche das freie Unix inzwischen ernst nimmt, ist spätestens klar, seit die Großen der Branche wie IBM, Oracle, SAP und HP sich öffentlich zu Linux bekennen. Dementsprechend wurde auf der Konferenz klassischen Themen der Unternehmens-IT wie Datenbank-Anwendungen, hochverfügbaren Serversystemen und Netzwerkmanagement viel Raum gegeben.



Ein weiterer Schwerpunkt war die zunehmende Bedeutung von Open-Source-Software (Programme, deren Quellcode für alle Interessierten frei verfügbar ist) im geschäftlichen Bereich. Die Open-Source-Gemeinde argumentiert, dass ihr Ansatz in kürzerer Entwicklungszeit zu besserer Software führe als der proprietäre Ansatz von Firmen wie Microsoft.



Quo vadis Linux?



Auf der Linux-World in Frankfurt fand dieses Argument natürlich breite Zustimmung. Etwa 200 Zuhörerer lauschten im Forum Dirk Hohndel von der SuSE Linux AG bei seinem Vortrag zum Thema "The Difference is Open Source".

Doch mindestens doppelt so viele dürften es gewesen sein, als Linus Torvalds und Jon "Maddog" Hall das Podium betraten, um gemeinsam mit Entwicklern und Repräsentanten von Linux-Firmen den zahlreichen Fragern aus dem Publikum Rede und Antwort zu stehen. Der Themenbogen war unter dem Titel "Quo vadis Linux" weit gespannt. Selbstverständlich ging es um die Weiterentwicklung des Kernels, die Linus Torvalds nach wie vor persönlich überwacht. Gefragt wurde aber auch nach Verzeichnisdiensten für Linux und und dem Weg, den Linux als Desktop-System gehen wird: ob mit dem in Amerika entwickelten GNOME oder mit seinem europäischen Pendant KDE.

Mit beiden, war die einhellige Antwort aller Podiumsgäste, denn der Wettbewerb unterschiedlicher Ansätze und Ideen passe sehr gut zum Open-Source-Gedanken und erlaube dem Anwender die freie Auswahl zwischen gleichwertigen Systemen nach seinen persönlichen Bedürfnissen. Vergleicht man dies mit dem in der Windows-Welt üblichen Streben nach einheitlichem Look-and-Feel - immerhin einer der Erfolgsfaktoren für das am weitesten verbreitete Desktop-Betriebssystem - wird deutlich, wie groß die Kluft ist, die zwischen den beiden Systemen klafft.

Open Source ist nicht nur Linux

Die eigentliche Domäne von Linux ist nach wie vor der Server-Bereich, hier nimmt es gleich hinter Windows NT den zweiten Platz ein, mit steigendem Marktanteil. Doch Open Source ist nicht nur Linux. Weniger bekannt, aber ebenso erfolgreich ist der Webserver Apache, der in seinem Segment seit langem die Marktführer-Position hält, weit vor Microsofts Internet Information Server.

Und in jüngster Zeit macht auch die Webanwendungs-Software PHP zunehmend Furore. Fast zeitgleich mit der LinuxWorld in Frankfurt findet in Köln der erste große deutsche PHP-Kongress statt.

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