"Operativ kein bisschen nervös"
Infineon-Chef mit Liquiditätslage zufrieden

Der Münchner Halbleiterkonzern Infineon ist Unternehmenschef Ulrich Schumacher zufolge nach massiven Mittelabflüssen im Vorjahr aktuell mit seiner Liquiditätsausstattung zufrieden. Trotz des schwierigen Marktumfelds schaffe es Infineon, zusätzliche Barmittel zu generieren oder aber zumindest den aktuellen Bestand zu halten, sagte Schumacher am Donnerstag in Tokio.

Reuters TOKIO. "Operativ bin ich diesbezüglich kein bisschen nervös - ich war letztes Jahr nervös." Zugleich forderte Schumacher die japanischen Chip-Hersteller auf, sich für Allianzen mit ausländischen Konkurrenten zu öffnen. "Ich würde gerne mit den japanischen Firmen kooperieren", fügte der Infineon-Chef hinzu, ohne Namen zu nennen.

Infineon hatte im Januar eine Wandelanleihe im Volumen von einer Milliarde Euro zur Finanzierung der langfristigen Strategie angekündigt. 2001 habe der Konzern kräftig in die Produktivität investiert und profitiere nun davon, auch wenn dabei eine Menge Liquidität verbraucht worden sei, sagte Schumacher weiter. Derzeit gebe es aber keine Pläne, die Kapitalmärkte erneut anzuzapfen. Zugleich verteidigte der Infineon-Chef die Entscheidung des Konzerns, trotz der intensiven Konkurrenz im Geschäft mit DRAM-Speicherchips sich weiter massiv in dem Segment zu engagieren.

Das Unternehmen erzielt rund 40 Prozent seines Umsatzes in dem stark schwankungsanfälligen Bereich. Im Halbleiter-Geschäft gebe es keine einzige Nische, in die man sich zurückziehen könne. "Wir glauben, man muss dort in den Wettkampf treten, wo er ist", resümierte Schumacher. Die Halbleiter-Branche durchläuft seit Monaten ihre bislang schwerste Krise. Im DRAM-Sektor hatte sich im Sommer eine leichte Erholung der Preise abgezeichnet, die jedoch nicht nachhaltig war.

Schumacher warnte die japanische Konkurrenz, ihr Heil in Zusammenschlüssen innerhalb des Landes zu suchen. Damit werde für die Unternehmen kein Vorteil entstehen: "Das macht die Probleme eher größer." Zu Berichten, wonach Mitsubishi Electric angeblich ihr DRAM-Geschäft an Elpida - ein Chip-Joint-Venture von Hitachi und NEC - verkaufen will, äußerte sich Schumacher zurückhaltend. "Die Frage ist nicht, wie viele Unternehmen man zusammenlegt", sagte er. "Es geht eher darum, wie viel Geld diese Unternehmen in das Geschäft stecken wollen." Sein Eindruck sei, dass momentan niemand Interesse daran habe, Mittel ins DRAM-Geschäft zu pumpen.

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