Operative Geschäfte sollen verschmolzen werden
Aker plant Teilfusion mit angeschlagener Kvaerner

Die norwegische Öl- und Gasgruppe Aker Maritime hat im Rahmen eines Rettungsplans eine Teilfusion mit dem vom Zusammenbruch bedrohten Industriekonzern Kvaerner vorgeschlagen. Vorgesehen sei, die operativen Geschäfte von Aker mit der norwegisch-britischen Kvaerner-Gruppe gegen Zahlung in Kvaerner-Aktien zu verschmelzen.

Reuters OSLO. Wie Aker am Donnerstag mitteilte, sei der Rettungsplan für die Aktionäre attraktiver als das vom russischen Ölkonzern Yukos unterstützte Sanierungskonzept. Aker Maritime und Yukos sind die beiden größten Anteilseigner des Kvaerner-Konzerns. Dieser ist von der Zahlungsunfähigkeit bedrohten, nachdem das Unternehmen in den 90-er Jahren eine Reihe von Übernahmen über Schulden finanziert hatte.

Nach erfolgter Verschmelzung werde Aker Maritime dann zum größten Einzelaktionär bei Kvaerner aufsteigen und die Mehrheit des Industriekonzerns kontrollieren. "Nach dem Aker-Entwurf werden wir etwa 40 bis 60 % von Kvaerner besitzen", sagte Aker-Finanzdirektor Trond Westlie. Nach Einschätzung von Aker entstehe damit ein neuer und starker Konzern im Öl- und Gassektor mit einem erheblichen Potenzial für internationales Wachstum. Durch die Teilfusion seien Kosteneinsparungen von 350 bis 380 Mill. norwegische Kronen (rund 87,5 bis 95 Mill. DM) im Jahr möglich.

Nach Einschätzung von Aker Maritime werden die Kvaerner-Gläubiger nicht an einem Garantie-Konsortium für die im Yukos-Plan vorgesehene Ausgabe von Kvaerner-Aktien im Volumen von 3,0 Mrd. Kronen (rund 737 Mill. DM) teilnehmen. Der neue Plan sehe stattdessen voraussichtlich eine Aktienausgabe im Volumen von insgesamt 2,0 Mrd. Kronen vor. Zudem hätten Kreditgeber dabei nicht das Recht, Schulden im Umfang von 4,5 Mrd. Kronen in Anteilsscheine umzuwandeln. Stattdessen sei vorgesehen, sie in eine zinsfreie Anleihe umzuwandeln. Aker Maritime habe zudem nicht vor, den Industriekonzern aufzuspalten.

Kvaerner-Aktionäre entscheiden am 29.November

In dem alternativen, von der russischen Yukos-Gruppe unterstützten Sanierungskonzept war vorgesehen, Bezugsrechte auf neue Aktien im Volumen von drei Mrd. Kronen auszugeben. Zudem sollten Schulden in Höhe von 4,5 Mrd. Kronen in Aktien umgewandelt und die Laufzeiten für Kreditrückzahlungen verändert werden. Die Kvaerner-Aktionäre sollen auf einer Aktionärsversammlung am 29. November über die beiden Sanierungspläne entscheiden.

Für das dritte Quartal hatte Kvaerner im Oktober einen Vorsteuerverlust von 4,3 Mrd. Kronen genannt, nachdem im Vorjahresquartal noch 203 Mill. Kronen Gewinn verzeichnet worden waren. Erst Ende September hatte der Industriekonzern nach Verhandlungen mit den Gläubigerbanken den Zusammenbruch vorerst abgewendet. Die Finanzinstitute hatten damals einem Umschuldungsplan zugestimmt. Zudem wurden kurzfristige Verbindlichkeiten von den Banken refinanziert. Kvaerner beschäftigt rund 35 000 Mitarbeiter in 35 Ländern.

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