Operativer Gewinn fast halbiert
VW fährt mit Nutzfahrzeugen ins Absatzloch

Angesichts der schwachen Konjunktur und massiven Ausgaben für die Erneuerung des Fahrzeugprogramms hat die VW-Nutzfahrzeugsparte 2002 einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet.

Reuters HANNOVER. Das operative Ergebnis schrumpfte nahezu um die Hälfte auf 164 Millionen Euro, wie Markenvorstand Bernd Wiedemann am Freitag in Hannover mitteilte. Für 2003 verzichtete die Volkswagen-Tochter auf eine Geschäftsprognose. Ein Ausblick zur Entwicklung des von der Konjunktur stark abhängigen Nutzfahrzeugmarktes sei wegen der unsicheren politischen Rahmenbedingungen derzeit nicht möglich, sagte Wiedemann. Er zeigte sich aber überzeugt, dass mit den hohen Investitionen der vergangenen Jahre die Basis für profitables Wachstum gelegt sei. Im Januar und Februar habe der Fahrzeugabsatz immerhin drei Prozent über dem Niveau vor Jahresfrist gelegen.

Im Gesamtjahr 2002 hatte VW vor dem Hintergrund des anhaltend schwachen Nutzfahrzeugmarktes mit 236.500 Einheiten 14,2 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft. Der Umsatz ging um 5,5 Prozent auf 4,497 Milliarden Euro zurück. Die Sachinvestitionen erreichten den Angaben zufolge mit 572 Millionen Euro allerdings einen Höchstwert, 49 Prozent mehr als im Jahr davor.

Als wichtigstes Zukunftsziel der Nutzfahrzeug-Sparte nannte Wiedemann die Verdopplung der Auslieferungszahlen und Ergebnisse bis 2007 auf Basis des Rekordjahres 2000. Damals hatte VW mit Nutzfahrzeugen 250 Millionen Euro verdient und mehr als 300 000 Fahrzeuge verkauft. Die Investitionen sollten dazu führen, dass die Nutzfahrzeugsparte das Konzernziel einer Kapitalrendite von neun Prozent schon bald übertreffe, sagte er.

Die Fortsetzung des Investitionskurses im laufenden Jahr macht die VW-Tochter aber vom weiteren Verlauf der Irak-Krise abhängig. Im Falle eines Krieges müsse überdacht werden, ob wie im vergangenen Jahr rund 600 Millionen Euro für die Erneuerung des Fahrzeugprogramms ausgegeben werden, sagte Konzernsprecher Oliver Stelling.

VW-Nutz hatte 1996 ein ehrgeiziges Investitionsprogramm aufgelegt, das im vergangenen Jahr einen Höhepunkt erreicht hat. Drei komplett neue Modelle sollen in den nächsten Jahren vom Band rollen. Der bisher als T4 bekannte VW-Transporter erhält zunächst mit dem in Genf auf dem Automobilsalon präsentierten Multivan einen Nachfolger, der später als T5 in einer weiteren Variante auf den Markt kommen soll. Ende 2003 folgt der kleinere Stadtlieferwagen auf Basis des neuen Golf V. Danach sollen Anfang 2006 der Microbus und ebenfalls der größere LT erneuert werden. Die Aktie der Konzernmutter Volkswagen AG notierte am Freitagnachmittag gut zwei Prozent im Minus bei 33,30 Euro.

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