Operativer Gewinn im dritten Quartal
Bertelsmann bleibt trotz Verlusten optimistisch

Der Bertelsmann-Konzern hat unter anderem wegen Firmenwert-Abschreibungen im dritten Quartal unter dem Strich Verluste geschrieben. Das operative Geschäft zog aber an.

Reuters FRANKFURT. Nach Steuern und Fremdanteilen verbuchte Bertelsmann im dritten Quartal 2002 einen Verlust von 384 Millionen Euro, wie der Gütersloher Konzern am Donnerstag mitteilte. Darin enthalten sind allerdings 370 Millionen Euro an Firmenwertabschreibungen. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebita) entwickelte sich mit 102 Millionen Euro im dritten Quartal im Vergleich zum ersten Halbjahr besser. "Bertelsmann kommt mit einer Mischung aus Konsolidierung und Erneuerung auch in den gegenwärtig schwierigen wirtschaftlichen Zeiten voran", erklärte Bertelsmann-Chef Gunter Thielen.

Im traditionell stärksten vierten Quartal rechnet Bertelsmann mit einem "spürbar höheren Umsatz und Ertrag". Das Weihnachtsgeschäft werde vor allem bei dem weltgrößten Buchverlag Random House, dem Musikgeschäft BMG und den in der Direct Group zusammengefassten Buchclubs für Wachstum sorgen. "Wir steigern unsere Ertragskraft sukzessive mit unseren konzernweiten Bemühungen um Kostenkontrolle, Qualität und verbesserte Performance", erklärte Thielen, der im August Thomas Middelhoff an der Spitze des weltweit fünftgrößten Medienkonzerns abgelöst hatte.

Nettofinanzschulden bei 711 Millionen Euro

In den ersten neun Monaten 2002 erzielte Bertelsmann einen Umsatz von 13 Milliarden Euro und einen Überschuss von 1,23 Milliarden Euro. Dazu trugen vor allem die Erlöse aus dem Verkauf von Anteilen an AOL Europe bei. Vergleichszahlen legte der Konzern wegen der Umstellung der Bilanzierung auf internationale Rechnungslegungsstandards IAS und der Angleichung an das Kalenderjahr nicht vor. Erste Zahlen für das dritte Quartal hatte der belgische Großaktionär, die Groupe Bruxelles Lambert, bereits am Vorabend bekannt gegeben.

Die Nettofinanzschulden bezifferte Bertelsmann zum 30. September mit 711 Millionen Euro. Durch den vereinbarten Kauf des Musiklabels Zomba, für das Bertelsmann rund drei Milliarden Euro bezahlen muss, werden die Schulden bis Jahresende auf rund 3,7 Milliarden Euro ansteigen. "Das ist zu viel", hatte Thielen jüngst gesagt. Deshalb will Bertelsmann das profitable Fachverlagsgeschäft BertelsmannSpringer verkaufen, das Thielen mit rund einer Milliarde Euro bewertet.

Der Bertelsmann-Chef hatte bereits im Oktober angekündigt, er erwarte für das laufende Jahr eine klare Gewinnsteigerung gegenüber 2001. Sorgenkinder des Gütersloher Medienriesen sind die Bereiche Musik (BMG) und das Buchclub-Geschäft (Direct Group), die beide in den ersten sechs Monaten des Jahres Verluste geschrieben hatten. 2003 sollen nach den Worten von Thielen aber alle Sparten Gewinne erzielen, die Direct Group zumindest ein ausgeglichenes Ergebnis erreichen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%