Operativer Gewinnsprung angekündigt
Linde-Chef gibt Rotstift nicht aus der Hand

Der Wiesbadener Industriegase und Gabelstaplerkonzern Linde hat für 2003 angesichts seines Sparprogramms eine klare Steigerung des operativen Gewinns angekündigt. Zudem will Linde die Restrukturierung forcieren und mehr Arbeitsplätze streichen als bislang bekannt.

Reuters FRANKFURT. "Wir erwarten für 2003 ein gegenüber dem Vorjahr spürbar verbessertes operatives Ergebnis (Ebita)", kündigte Konzernchef Wolfgang Reitzle am Donnerstag zur Bilanzpressekonferenz in Frankfurt an. Die Prognose gelte unter der Annahme, dass die Folgen des Irak-Kriegs keine nachhaltige Verschlechterung der Weltwirtschaftslage bewirken und Deutschland nicht in eine Rezession gerät. Linde kündigte an, seine Sparte Kältetechnik bis Jahresende auszugliedern. In seiner Gabelstaplersparte will Linde zudem nun mehr Stellen streichen als bislang geplant.

Linde hatte bereits im vergangenen Jahr ein umfassendes Sparprogramm angekündigt. Mit diesem will der Konzern seinen Gabelstaplerbereich sowie die Sparten Gase und Kältetechnik neu ausrichten und dort insgesamt mehr als 1 500 der konzernweit über 46 000 Stellen abbauen. Die Linde-Aktie stieg am Morgen in einem schwächeren Gesamtmarkt um 1,4 % auf rund 27,30 ?.

Verhaltener Start ins neue Jahr

Die Wachstumsaussichten für die deutsche und europäische Wirtschaft haben sich nach Einschätzung der Wiesbadener seit Jahresbeginn weiter eingetrübt. Auch die Linde AG, die rund 75 % ihres Konzernumsatzes in Europa erwirtschaftet, habe sich von der Konjunkturflaute nicht abkoppeln können. So habe der Konzernumsatz in den ersten beiden Monaten mit 1,2 Mrd. ? leicht unter Vorjahr gelegen. Dabei habe sich das Gasegeschäft weiter positiv entwickelt. Der Auftragseingang legte um 4,7 % auf 1,425 Mrd. ? zu.

Kältetechnik soll ausgegliedert werden

Den seit längerem stagnierenden Bereich Kältetechnik will Linde nun bis Jahresende rechtlich verselbstständigen und ausgliedern. Damit wolle sich Linde alle Optionen offen halten, hieß es. Möglich sei neben der Weiterführung des Geschäfts und dem Eingang von Kooperationen auch ein möglicher Verkauf der Sparte. Zudem kündigten die Wiesbadener an, dass im Rahmen ihres laufenden Sparprogramms für die Gabelstaplersparte mehr Stellen gestrichen werden als die bislang geplanten 1 000. Genauere Zahlen wurden nicht genannt. Auch Werksschließungen seien möglich.

Bei den Einsparungen im Gabelstaplerbereich komme Linde aber besser voran als zunächst gedacht, hieß es weiter. 2005 und 2006 würden sie wahrscheinlich weit über die bisher angekündigten 100 Mill. ? pro Jahr hinausgehen. Linde ist weltweit die Nummer zwei im Gabelstaplergeschäft.

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