Operativer Verlust überraschend ausgeweitet
Fiat rutscht tiefer in die roten Zahlen

Der angeschlagene italienische Industrie- und Automobilkonzern Fiat hat im ersten Quartal den operativen Konzernverlust überraschend ausgeweitet.

Reuters TURIN. Der Verlust sei auf 342 Mill. ? nach 299 Mill. ? im Vorjahr gestiegen, teilte der Turiner Traditionskonzern am Dienstag mit. Analysten hatten im Schnitt mit 188 Mill. ? Verlust gerechnet. In der defizitären Auto-Sparte verringerte Fiat den operativen Fehlbetrag zwar auf 334 Mill. ? nach 429 Mill. ?, verfehlte aber auch hier die durchschnittlichen Analystenerwartungen von 277 Mill. ? Verlust.

Für 2003 prognostizierte das Unternehmen für den Konzern eine Verringerung des operativen Verlustes im Vergleich zu 2002. Vor Ende dieses Jahres sei nicht mit einer grundlegenden Verbesserung der Lage an den für das Unternehmen wichtigen Märkten zu rechnen. Das Unternehmen, das im Vorjahr einen Rekord-Verlust verbucht hatte, versucht derzeit, mit einem Restrukturierungsplan aus den roten Zahlen zu kommen.

Den Umsatz der Auto-Sparte bezifferte Fiat mit 4,9 Mrd. ? nach sechs Mrd. ?. Um die Kosten in der Auto-Sparte zu senken, hatte Fiat dort bereits weltweit 15 000 Stellen abgebaut. Auch im Konzern sank der Umsatz auf 12,3 Mrd. ? von 14,1 Mrd. ?. Die Netto-Verschuldung habe sich zum Quartalsende auf 5,2 Mrd. ? von 3,8 Mrd. ? per Ende Dezember erhöht. Damit übersteigt der Schuldenstand noch immer die von den Fiat-Gläubigerbanken gesetzte Obergrenze von 3,6 Mrd. ?. Diese Zielmarke hatten die Gläubigerbanken Fiat Ende vergangenen Jahres als Voraussetzung für weitere Finanzspritzen genannt. Fiat hatte versucht, seinen Schuldenstand durch Verkäufe von Beteiligungen zu verringern.

Fiat-Aktien weiteten nach Vorlage der Zahlen in einem freundlichen Marktumfeld an der Mailänder Börse ihre Verluste aus und sanken um rund zwei Prozent auf 6,57 ?. Die Titel haben im vergangenen Jahr ihren Wert in etwa halbiert.

Bislang haben die Quartalsberichte der europäischen Autohersteller kein einheitliches Bild gezeichnet. Während der französische Autobauer PSA-Peugeot Citroen in einem schwachen Marktumfeld seinen Umsatz im ersten Vierteljahr steigerte, hat der höhere Wechselkurs des Euro die Gewinne des deutschen Volkswagenkonzerns um mehr als zwei Drittel geschmälert.

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