Operativer Verlust von 4,7 Mrd. Yen
Mazda will Produktion nach Europa verlagern

Der anhaltenden Euro-Schwäche will der japanische Automobilhersteller mit einer Verlagerung eines Teils der Produktion nach Europa begegnen. Deutschland gilt als aussichtsreichster Standort.

rtr TOKIO. Der anhaltenden Euro-Schwäche will der japanische Automobilhersteller Mazda mit einer Verlagerung eines Teils der Produktion nach Europa begegnen. Mazda machte den Währungseffekt für einen operativen Verlust von 4,7 Mrd. Yen (rund 98,8 Mill. DM) in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres 2000/01 (zum 31. März) verantwortlich. Im gleichen Vorjahreszeitraum hatte Mazda noch einen Gewinn von 8,4 Mrd. Yen erzielt. Gewinn werde Mazda erst im folgenden Geschäftsjahr 2001/02 wieder Gewinne erwirtschaften, sagte Präsident Mark Fields. Die für Europa bestimmte Produktion solle in ein Ford-Werk in Europa verlagert werden.

Bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres rechne Mazda mit einer Ausweitung des operativen Verlusts auf 16 Mrd. Yen, sagte Fields. Im Mai hatte Mazda noch mit 12,5 Mrd. Yen Gewinn gerechnet. Um der Euro-Schwäche entgegenzuwirken, sollen von 2003 an jährlich rund 100 000 Fahrzeuge in einem Werk des Großaktionärs Ford in Europa hergestellt und im Gegenzug die Inlandsproduktion für den Export nach Europa auf 80 000 von 140 000 Autos reduziert werden. In welches Werk die Produktion verlagert wird, hat Mazda eigenen Angaben zufolge noch nicht entschieden. Japanischen Medienberichten zufolge gilt Deutschland als aussichtsreichster Standort. Ford, das gut ein Drittel an Mazda hält, produziert in Köln und Saarlouis, besitzt aber außerdem außerdem Werke in Großbritannien, Belgien und Spanien.

25 % des Absatzes entfällt auf Europa

Mazda will ferner einen Teil seines Werkes in Hiroshima schließen. Außerdem solle versucht werden, im nächsten Jahr 1 800 Mitarbeiter in den freiwilligen Ruhestand zu versetzen. Diese Maßnahmen stünden jedoch in keinem Zusammenhang mit der Produktionsausweitung in Europa, betonte Fields. Mazda führt im Vergleich zu anderen japanischen Autoherstellern einen hohen Anteil seiner in Japan produzierten Fahrzeuge ins Ausland aus. Rund ein Viertel des Absatzes entfällt auf den europäischen Markt.

Analysten begrüßten die Verlagerungspläne zwar, kritisierten aber, dass die Entscheidung spät gefallen sei und Mazda damit der Konkurrenz hinterher hinke. Es werde noch eine Weile dauern, bis sich die Produktionsverschiebung bezahlt machen werde, sagte ein Branchenexperte. So hatte Mazdas Wettbewerber Nissan dank hoher Kosteneinsparungen unter der Leitung von Präsident Carlos Ghosn Ende Oktober ein höheres Halbjahresergebnis bekannt gegeben und seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr verdoppelt. An der Börse wurden die Pläne zur Produktionsverlagerung ins Ausland positiv aufgenommen. Die Mazda-Aktien stiegen am Freitag in Tokio um gut sechs Prozent auf 227 Yen. Seit Juni letzten Jahres befanden sich die Papiere in einem kontinuierlichen Abwärtstrend, der Ende September auf einem Jahrestief von 202 Yen endete.

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