Operatives Ergebnis beim Vorjahreswert von 385 Mill. Euro
Sinkende Gewinne bei Reifen belasten Conti-Bilanz

Das weltweit schwierige Reifengeschäft hat die Neun-Monats-Bilanz der Continental AG belastet. Bis Ende September sei der Umsatz zwar um elf Prozent auf 7,438 Mrd. Euro gestiegen, teilte der Reifenhersteller und Autozulieferer am Mittwoch in Hannover mit.

rtr HANNOVER. Das operatives Ergebnis erreichte aber lediglich den Vorjahreswert von 385 Mill. Euro und lag damit unter der Prognose der von Reuters befragten Analysten. Diese hatten im Durchschnitt 394 Mill. Euro erwartet. Conti nannte Gewinneinbußen im Reifengeschäft durch Preisdruck und gestiegene Rohstoffkosten als Grund für die nach Analystensicht enttäuschenden Ergebniszahlen. Die Conti-Aktien gaben nach Vorlage der Ergebnisse 1,1 % auf 18 Euro nach.

Auch für das Gesamtjahr sieht der Conti-Vorstand keine Trendwende: Der Umsatz werde um neun Prozent auf zehn Mrd. Euro steigen, das operative Ergebnis aber nur den Vorjahreswert von 511 Mill. Euro erreichen und der Reingewinn sogar sinken, hieß es. Die geplante Ergebnisverbesserung erwartet Conti nun 2001.

Im Kern bestätigten sich die Prognosen der Analysten, wonach ein überdurchschnittlich gutes Geschäft in den Nicht Automotive Systems-Reifensparten mit der Tochter Teves und ContiTech Einbußen bei den Reifen nicht wettmachten würden. Der Reingewinn nach neun Monaten fiel allerdings noch etwas geringer als erwartet aus. Er liegt Conti zu Folge wegen höherer Zinsen und Steuern mit 148 Mill. Euro um 11,4 % unter Vorjahr. Auch dieser Trend werde sich für das Gesamtjahr fortsetzen, so dass Conti den Jahresüberschuss des Vorjahres von 119,7 Mill. Euro nicht erreichen werde, hieß es.

In allen drei Reifensparten verzeichnete Continental nach eigenen Angaben ein Absatzplus und zusätzliche Marktanteile, gleichzeitig aber rückläufige Erträge. Die US-Tochter General Tire büßte trotz eines überdurchschnittlichen Umsatzzuwachses von 20 % auf 1,3 Mrd. Euro mehr als 40 % ihres EBIT ein und steuerte nur noch 28 (1999:49) Mill. Euro bei. Glimpflicher verlief die Entwicklung bei den Conti-Pkw-Reifen. Bei einem Umsatzplus von um 3,4 % auf 1,9 Mrd. Euro fiel der EBIT um gut zehn Prozent auf 157 Mill. Euro. Bei den Nutzfahrzeugreifen gewann Conti mit plus 13,1 % Umsatz auf 723 Mill. Euro nach eigenen Angaben zwar Marktanteile, das Ergebnis ging um 13 % auf 34 Mill. Euro zurück.

Umbau zum weltweit führenden Systemzulieferer

Conti-Vorstandschef Stephan Kessel sieht vor dem Hintergrund des schwierigen Reifengeschäftes die Strategie bestätigt, den Reifenkonzern zum weltweit führenden Systemzulieferer für die Automobilindustrie umzubauen. "Der Reifenbereich wird bald weniger als die Hälfte zum Umsatz des Konzerns beitragen", wird Kessel in der Conti-Mitteilung zitiert. Außerdem werde noch mehr Reifenproduktion in Niedriglohnländer verlegt.

Die Sparte Automotive Systems baute ihre Stellung als stärkster Konzernbereich weiter aus und legte beim Umsatz gut 18 % auf 2,23 Mrd. Euro zu. Das operative Ergebnis übertraf mit 68 Mill. Euro den Vorjahreswert um fast 75 %. Besonders stark sei der Absatz bei Elektronischen Stabilitäts-Programmen (ESP) und Antiblockiersystemen (ABS) der Conti Teves gestiegen. Im Rahmen der Erwartungen lag auch das Plus von ContiTech mit einem Umsatzanstieg von knapp vier Prozent auf 1,3 Mrd. Euro und einem EBIT von 113 Mill. Euro (plus vier Prozent).

Vorstand optimistisch

Der Conti-Vorstand ist für 2001 optimistisch. Die beiden Nichtreifenbereiche würden ihre positive Entwicklung fortsetzen. Für die zuletzt von Gewinneinbußen betroffenen Reifensparten würden die weltweit eingeleiteten Preissteigerungen die gestiegenen Materialpreise ausgleichen. Deshalb erwarte der Conti für 2001 ein Ergebnisverbesserung, teilte der Vorstand mit, ohne allerdings Details zu nennen.

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