Operatives Ergebnis gesteigert
Bertelsmann setzt weiter auf das Kerngeschäft

Der Medienriese Bertelsmann hat im ersten Halbjahr aufgrund einer Rückbesinnung auf seine Kerngeschäfte trotz eines deutlichen Umsatzrückgangs operativ mehr verdient. Vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebita) habe Bertelsmann in den ersten sechs Monaten des Jahres 228 (175) Mill. ? verdient, teilte der Konzern am Mittwoch in Gütersloh mit.

Reuters DÜSSELDORF. Der Umsatz sank auf 7,9 von 8,8 Mrd. ?. Der Rückgang sei auch auf die Schwäche des US-Dollars zurückzuführen. Bertelsmann hielt an der Prognose fest, im Gesamtjahr ein besseres operatives Ergebnis als im Vorjahr erreichen zu wollen.

Der Vorstandsvorsitzende des Konzerns, Gunter Thielen, sagte, das verbesserte Ergebnis bestätige den eingeschlagenen Kurs, der auf eine Stärkung der Kerngeschäfte und die Erhöhung der Ertragskraft abziele. Im traditionell stärkeren zweiten Halbjahr rechne der Medienkonzern mit einem höheren Umsatz und einem höheren operativen Ergebnis als noch im ersten Halbjahr. Deshalb halte Bertelsmann an der Prognose fest, das operative Ergebnis 2003 gegenüber dem Vorjahr steigern zu wollen.

Zu Bertelsmann gehören neben dem weltgrößten Buchverlag Random House und BMG unter anderem die größte europäische Senderfamilie RTL Group und der weltweit zweitgrößte Zeitschriftenverlag Gruner+Jahr. Die Medienbranche leidet derzeit weltweit unter der Konjunkturflaute und einer Krise auf dem Werbemarkt. Noch im ersten Quartal hatte Bertelsmann einen operativen Verlust verbucht.

Beim Sorgenkind des Konzerns, der BuchClub-Sparte Direct Group, die 2002 operativ rote Zahlen geschrieben hatte, konnten die Verluste fast vollständig abgebaut werden, teilte Bertelsmann weiter mit. Die Direct Group hatte sich aus dem reinen E-Commerce-Geschäft mit Medienprodukten zurückgezogen und sich wieder auf ihre Buch- und Musikclubs konzentriert. Dadurch verzeichnete die Sparte im Halbjahr einen Verlust von nur noch 17 (Minus 119) Mill. ?.

Europas größter TV-Konzern, die RTL Group, steigerte im ersten Halbjahr 2003 seinen operativen Gewinn bei einem etwas höherem Umsatz. Vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen stieg der Gewinn der Bertelsmann-Tochter um 40 %. Der Nettogewinn sei um 47,1 % auf 25 Mill. ? gewachsen. Der Umsatz stieg den Angaben zufolge auf 2,2 Mrd. ? von 2,1 Mrd. ? im Vorjahreszeitraum.

Den Schuldenstand des Konzerns bezifferte Bertelsmann zum Ende des ersten Halbjahrs auf 2,6 Mrd. ?. Mit dem Verkauf der Fachverlagssparte BertelsmannSpringer, die einen Preis von 1,05 Mrd. ? brachte, will der Konzern die Verschuldung bis zum Jahresende weiter verringern.

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