"Operatives Ergebnis steigerungsfähig"
Hypo-Vereinsbank bleibt hinter Erwartungen zurück

Die Hypo-Vereinsbank ist trotz einer Gewinnsteigerung im ersten Quartal 2001 hinter den Erwartungen der Analysten zurückgeblieben.

Reuters MÜNCHEN. Das Privatkundengeschäft und der Eigenhandel der Hypovereinsbank sind im ersten Quartal angesichts der schwachen Kapitalmärkte eingebrochen. Allein wegen eines steuerfreien Gewinns von 370 Mill. Euro aus dem Verkauf des Vermögensverwalters Foreign & Colonial stieg der Gewinn vor Steuern in den ersten drei Monaten um fast 25 % auf 770 (Vorjahr: 617) Mill. Euro, wie die zweitgrößte deutsche Bank am Montag mitteilte. Die HVB blieb damit hinter den Erwartungen der Analysten zurück, die im Mittel mit 793 Mill. Euro gerechnet hatten. Das operative Ergebnis sei im Verlauf des Jahres "noch steigerungsfähig", hieß es weiter. Die HVB-Aktien notierten etwas schwächer.

In den Quartalszahlen der HVB ist zum ersten Mal die Bank Austria voll enthalten, die im Dezember vergangenen Jahres in die Gruppe eingegliedert worden war. Der Konsolidierungskreis enthält nun auch die polnische PBK und die von der HVB-Tochter Direkt Anlage Bank (DAB) übernommene französische Self Trade. Eine Prognose für 2001 gab Vorstandssprecher Albrecht Schmidt nicht ab. "Der Innenausbau unserer Bank der Regionen kommt gut voran", kommentierte er das erste Quartal.

Geschäft mit Privatkunden eingebrochen

Der Quartalsüberschuss stieg auf 509 (318) Mill. Euro. Demgegenüber hatten die Analysten 564 Mill. Euro erwartet. Vor allem der Provisionsüberschuss habe in den ersten drei Monaten bei einem Wachstum von knapp 11 % auf 767 (693) Mill. Euro unter der Zurückhaltung der Anleger gelitten, teilte die Bank weiter mit. Das davon dominierte Geschäft mit Privatkunden brach vor Steuern auf 68 (235) Mill. Euro ein. Im Vergleich zu anderen Banken könne die HVB aber mit dem Provisionsgeschäft noch zufrieden sein, hieß es. Den für 2001 anvisierten Anteil von 30 % an den operativen Erträgen verfehlten die Provisionen mit 24,6 % aber deutlich. Das Ergebnis aus dem Eigenhandel schrumpfte um 41 % auf 146 Mill. Euro. Das große Kreditvolumen der Bank Austria habe zu einem 43 % höheren Zinsüberschuss nach Risikovorsorge von 1,38 (0,97) Milliarden Euro geführt, teilte die HVB mit.

Mit der Erstkonsolidierung der österreichischen Bank ging jedoch eine Steigerung der Risikovorsorge um fast die Hälfte auf 368 (248) Mill. Euro einher. Im Vergleich zum Pro-forma-Wert des ersten Quartals 2000 sei die Vorsorge nur um 4,2 % gestiegen, betonte die Bank. Auf das gesamte Jahr hochgerechnet würden sich die Rückstellungen damit sogar um 15 % vermindern. Analysten zufolge hatte HVB-Finanzvorstand Wolfgang Sprißler 1,5 (2000 pro-forma: 1,752) Milliarden Euro als Zielmarke für die Risikovorsorge genannt.

Besser als im Börsenboom des Vorjahresquartals lief Anfang 2001 das Geschäft mit Immobilien. Die Neuzusagen stiegen um 32 % auf 9,3 (7,4) Milliarden Euro. Vor allem die private Immobilienfinanzierung habe sich gut entwickelt, hieß es. Das Ergebnis im Immobiliengeschäft legte vor Steuern auf 152 (145) Mill. Euro zu. Im Firmenkundengeschäft verdiente die Bank 191 (118) Mill. Euro mehr.

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