Opfer aus Österreich
Schneebrett reißt Vater und Sohn in den Tod

Eine offenbar durch die milde Witterung ausgelöste Schneebrettlawine hat am Freitag in den deutschen Alpen bei Berchtesgaden zwei Tourengeher in den Tod gerissen.

HB/dpa BERCHTESGADEN. Unterhalb der Hocheisspitze in 2200 Metern Höhe begruben die plötzlich herabstürzenden Schneemassen einen 56 Jahre alten Mann aus Tirol und dessen 29-jährigen Sohn, berichtete die Polizei. Trotz sofortiger Rettungsaktionen konnten die beiden Österreicher nur noch tot geborgen werden. Zum Unglückszeitpunkt herrschte in den deutschen Alpen die niedrigste der insgesamt fünf Lawinenwarnstufen.

Ein Arzt der Bergwacht hatte den Abgang des 300 Meter breiten Schneebrettes gegen Mittag unterhalb des Kammlinghorns beobachtet und sofort die Polizei alarmiert. Das Brett habe sich selbstständig gelöst und die Wintersportler mitgerissen, sagte ein Polizeisprecher. Die beiden Opfer aus Waidring waren laut Polizei offenbar erfahrene Tourengeher: Darauf ließen die gute Ausrüstung sowie ein eingeschaltetes Verschüttetensuchgerät schließen.

Mit österreichischer Hilfe wurden die Polizeikräfte mit fünf Lawinensuchhunden an die Unfallstelle geflogen. Obwohl das trockene Wetter die Suche erleichterte, kam für die Skifahrer jede Hilfe zu spät. Bereits eine Stunde nach dem Unglück wurde die erste Leiche entdeckt, wenig später spürten Suchhunde auch das zweite Opfer auf.

Damit sind in diesem Winter bereits drei Menschen bei Lawinenabgängen in den deutschen Alpen ums Leben gekommen. Das erste Opfer war ein 27-jähriger Skifahrer auf der Zugspitze. Er war am 1. Dezember von einem Schneebrett verschüttet und tödlich verletzt worden, als er abseits der gesicherten Piste eine Abkürzung zu einer Berghütte hatte nehmen wollen.

Die bayerische Bergwacht hatte auch zum Auftakt der diesjährigen Skisaison an die Wintersportler appelliert, die markierten Pisten nicht zu verlassen. Jeder Tourengänger und Wintersportler müsse sich vor Tiefschneefahrten oder Hangquerungen über eine eventuelle Lawinengefahr informieren und die notwendige Ausrüstung wie Sonde, Verschüttungs-Suchgerät und eine Lawinenschaufel dabei haben.

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