Opfer starben durch Rauchgas - Der Täter hat überlebt: U-Bahn-Brand: Aufräumarbeiten am Unglücksort

Opfer starben durch Rauchgas - Der Täter hat überlebt
U-Bahn-Brand: Aufräumarbeiten am Unglücksort

Einen Tag nach der Brandkatastrophe in der U-Bahn der südkoreanischen Stadt Daegu ist am Mittwoch die Bergung von Leichen in den ausgebrannten Waggonwracks fortgesetzt worden. Viele der wohl mindestens 120 Todesopfer in den beiden betroffenen Zügen verbrannten bis zur Unkenntlichkeit.

HB/dpa SEOUL. Zugleich wurden die Ermittlungen in dem Unglücksfall intensiviert. Die örtliche Polizei bestätigte bis zum Morgen (Ortszeit) den Tod von 53 Menschen, die bei dem Brandanschlag am Dienstag durch einen wahrscheinlich geistig verwirrten Mann getötet wurden. In den Wagen waren nach Angaben der Feuerwehr zudem die sterblichen Überreste von noch mehr als 70 Fahrgästen gefunden worden.

Neben den Aufräumarbeiten begannen Fachleute mit der schwierigen Identifizierung der Leichen. Dabei sollen auch Gen-Analysen angewandt werden. Experten erwarten, dass die Arbeit mehrere Wochen in Anspruch nehmen wird. Nach Polizeiangaben wurden von den bisher geborgenen Todesopfern erst 29 identifiziert. Viele der knapp 140 Menschen, die bei dem Unglück Verletzungen erlitten hatten, wurden weiter in Krankenhäusern wegen Atemproblemen und Verbrennungen behandelt. Die meisten der eingeschlossenen Opfer erstickten oder starben durch giftige Rauchgase. Der mutmaßliche Attentäter überlebte.

Auf der Vermisstenliste nach dem Brand standen den Behördenangaben zufolge bis zum Mittwochmorgen noch die Namen von 162 Menschen. Wie viele Personen darunter zum Zeitpunkt des Unglücks tatsächlich in den Zügen oder der U-Bahnstation waren, war noch unklar. Nach Vermutungen der Polizei befanden sich mehr als 400 Menschen in den beiden Zügen.

Die Ermittler gehen von Brandstiftung durch einen Einzeltäter aus. Augenzeugen berichteten, dass ein Mann einen mit bisher unbekannter, leicht entzündlicher Flüssigkeit gefüllten Plastikbehälter mit einem Feuerzeug in einem der Waggons angesteckt habe. Passagiere hätten ihn noch vergeblich daran hindern wollen.

Der 56-jährige Verdächtige, dessen Name mit Kim Dae Han angegeben wurde, war mit Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Dort wurde er von der Polizei verhört. "Wir konnten kaum verstehen, was er sagte. Wir nehmen an, dass er unter großen Depressionen litt", wurde ein Ermittler von der Zeitung "Korea Herald" zitiert. Kim sei in psychiatrischer Behandlung gewesen.

Die Flammen hatten sich über die Sitzpolster und den Kunststoff in dem Wagen rasch ausgebreitet. Nach den ersten Ermittlungen hieß es, dass Kim den Brandsatz bei der Ankunft des Zuges in der Station Chungangno im Zentrum der etwa 300 Kilometer südöstlich von Seoul gelegenen Millionenstadt gelegt habe. Drei Minuten später traf ein Zug mit sechs Wagen auf der Gegenstrecke ein und fing ebenfalls Feuer. Der Brand konnte erst nach drei Stunden gelöscht werden.

Die Ermittlungen richteten sich nach Berichten der koreanischen Medien auf die Fragen, warum der zweite Zug nicht rechtzeitig gewarnt werden konnte und warum die Zahl der Todesopfer in dem zweiten Zug höher war als in dem ersten. Der Fahrer des zweiten Zugs sei bis zum frühen Mittwochmorgen von der Polizei befragt worden. Einige Passagiere hätten angegeben, dass sich die Türen nicht geöffnet hätten. Auch wurde untersucht, ob eventuell gegen Brandschutzbestimmungen verstoßen wurde.

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