Opfer war Mitglied der spanischen Regierungspartei PP
Kommunalpolitiker in Spanien erschossen

In Spanien ist erneut ein Kommunalpolitiker Opfer eines Mordanschlags geworden. Die Polizei vermutet die baskische Separatistenorganisation ETA hinter dem Anschlag.

dpa/ap BARCELONA. Mutmaßliche Terroristen der baskischen Separatistenorganisation ETA haben am Donnerstag bei Barcelona den konservativen spanischen Kommunalpolitiker Jose Luis Ruiz Casado erschossen. Zwei Männer hatten dem 42-jährigen Stadtrat nach Angaben der Polizei in der Ortschaft Sant Adria del Besos aufgelauert und ihn mit zwei Kopfschüssen getötet.

Die Täter entkamen mit einem Auto, das von der Polizei später verlassen aufgefunden wurde. Die Sicherheitskräfte ließen die Gegend um das Fahrzeug absperren, weil befürchtet wurde, dass es Sprengstoff enthalten könnte. Nach Angaben der Behörden war die ETA für das Attentat verantwortlich. Ruiz Casado, Mitglied der spanischen Regierungspartei PP (Volkspartei), ist das 13. Opfer der ETA in diesem Jahr.

Der Regierungschef der Region Katalonien, Jordi Pujol, sagte wegen des Attentats eine für Donnerstag geplante Reise zur Expo in Hannover ab. Der Mord war der erste Anschlag, den die ETA seit der Aufkündigung ihrer «Waffenruhe» vor knapp einem Jahr in Katalonien verübte.

Die Terroristen dürften den Ort und den Zeitpunkt des Attentats bewusst ausgewählt haben. Am Donnerstag wurde Spaniens Ministerpräsident Jose Maria Aznar in der Regionalhauptstadt Barcelona erwartet. Der konservative Regierungschef wollte dort an mehreren Treffen mit Vertretern von Unternehmer-Organisationen teilnehmen.

Die ETA hat in diesem Jahr bereits elf Menschen getötet und wird von der Polizei für einen zwölften Mord verantwortlich gemacht. Unter den Opfern waren zwei Politiker der Volkspartei (Partido Popular). Die Untergrundorganisation bekannte sich zu dem Mord an dem konservativen Stadtrat Jose Maria Martin Carpena am 15. Juli in Malaga. Nach Ansicht der Polizei steckt die ETA aber auch hinter dem Attentat auf den Kommunalpolitiker Manuel Indiano, der am 29. August in der baskischen Stadt Zumarraga erschossen wurde.

Die ETA kämpft seit 1968 für einen unabhängigen Staat im Baskenland. Dabei kamen bislang fast 800 Menschen ums Leben. Am vergangenen Wochenende nahm die französische Polizei bei einer Fahndungsaktion 16 mutmaßliche Mitglieder und Anhänger der Separatistenorganisation fest, darunter den mutmaßlichen Führer des militärischen Flügels der ETA, Ignacio Gracia Arregi.

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