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Opferzahl in Beslan angeblich höher als offiziell zugegeben

Bei der Geiseltragödie in der südrussischen Stadt Beslan sind nach Angaben von „Focus Online“ mehr Menschen getötet worden als offiziell zugegeben. In der Schule von Beslan seien 394 Geiseln ums Leben gekommen. Die russische Generalstaatsanwaltschaft spreche bislang von 338 Toten.

dpa MOSKAU. Bei der Geiseltragödie in der südrussischen Stadt Beslan sind nach Angaben von "Focus Online" mehr Menschen getötet worden als offiziell zugegeben. In der Schule von Beslan seien 394 Geiseln ums Leben gekommen. Die russische Generalstaatsanwaltschaft spreche bislang von 338 Toten.

Dies berichtete "Focus Online" am Dienstag aus Nordossetien unter Berufung auf eine "zuverlässige Quelle in einer zuständigen Behörde". Etwa 30 schwer bewaffnete Rebellen, von denen die meisten aus Tschetschenien und Inguschetien stammten, hatten am 1. September die Schule von Beslan überfallen. Zwei Tage lang hielten sie weit mehr als 1100 Geiseln in ihrer Gewalt, bis das Drama in einer wilden Schießerei mit den Sicherheitskräften blutig zu Ende ging.

Die Generalstaatsanwaltschaft eröffnete am Dienstag Strafverfahren gegen drei Polizeioffiziere in Beslan wegen Fahrlässigkeit mit Todesfolge. Nähere Angaben zu den Vorwürfen wurden nicht gemacht. Zahlreiche Berichte hatten der örtlichen Polizei zur Last gelegt, die Schule während der Geiselnahme unzureichend abgeriegelt zu haben. Bewaffnete Familienangehörige konnten so bis an die Schule vordringen. Nach Angaben einiger Augenzeugen lösten gerade diese Väter den katastrophalen Schusswechsel mit den Rebellen aus.

Eine Untersuchungskommission des russischen Parlaments begann am Dienstag in Beslan mit ihren Ermittlungen zu der Tragödie. Falls nötig, sollten nach dem Vorbild der US-Kommission zum 11. September 2001 auch Präsident Wladimir Putin und Minister vor dem Ausschuss aussagen, sagte der Föderationsratsvorsitzende Sergej Mironow.

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