Opposition erobert Bürgermeisterposten
Denkzettel für Präsident Cardoso bei Kommunalwahlen in Brasilien

dpa RIO DE JANEIRO. Brasiliens Mitte-Rechts-Regierung unter Präsident Fernando Henrique Cardoso hat bei den Kommunalwahlen einen Denkzettel erhalten. Bei den Stichwahlen eroberte die linke Opposition am Sonntag die Rathäuser von Sao Paulo und Belo Horizonte und sicherte sich außerdem Bürgermeisterposten in 13 von insgesamt 26 Provinz- Hauptstädten.

In der größten und reichsten Stadt Brasiliens, der Wirtschafts- Metropole Sao Paulo, setzte sich die frühere TV-Sexberaterin und Psychiaterin Marta Suplicy (55) von der sozialistischen Arbeiterpartei PT mit knapp 59 % der Stimmen durch. Die PT, die seit der Rückkehr Brasiliens zur Demokratie 1985 die Hauptopposition auf Bundesebene stellt, gewann außerdem in vier anderen Provinzhauptstädten, Belem, Porto Alegre, Recife und Goiania.

"Wir zielen auf die Staatspräsidentschaft im Jahr 2002", meinte derweil der neue Bürgermeister von Porto Alegre, Tarso Genro. Der Kampf gegen die Armut sei dabei die wichtigste Aufgabe, sagte Genro, der als künftiger PT-Spitzenkandidat gehandelt wird. In Rio de Janeiro siegte dagegen der Konservative, der Zentralregierung nahe stehenden Cesar Maia.

Insgesamt waren am Sonntag knapp 27 Mill. Wahlberechtigte unter anderem in elf Provinzhauptstädten zur Stimmabgabe aufgerufen. Die Endergebnisse der Wahlen sollten im Laufe des Montags oder eventuell erst am Dienstag bekannt werden.

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