Opposition sieht Klärungsbedarf
Bayerische Regierung unterstützte Kirch bei Firmenkredit

Ein Versuch der bayerischen Staatsregierung, zu Gunsten des Medienunternehmers Leo Kirch Einfluss auf die Hypo-Vereinsbank auszuüben, hat in Bayern einen Streit ausgelöst.

ap MüNCHEN. Das Münchner Finanzministerium bestätigte am Freitag einen Bericht der «Süddeutschen Zeitung», wonach sich Staatskanzleichef Erwin Huber (CSU) Ende Februar bei der Bank für einen Kredit für die Formel-1-Finanzierung der Kirch-Gruppe eingesetzt habe. Die SPD kritisierte den Vorgang als «ungut und höchst klärungsbedürftig».

Der Freistaat Bayern ist zu acht Prozent an der Hypo-Vereinsbank beteiligt. Das Finanzministerium verwies auf die «erhebliche medienwirtschaftliche Bedeutung der Formel 1». Ein Verbleib der Rechte bei einem bayerischen Unternehmen sei im Interesse des Landes gewesen. Huber habe als Fachminister für Medienpolitik gehandelt, hieß es in einer Erklärung.

Laut «Süddeutschen Zeitung» war Hubers Initiative offenbar nicht erfolgreich, da die Bank der Regierung keine Entscheidung mitgeteilt habe. Bereits vor einem halben Jahr hatten verschiedene Zeitungen berichtet, dass Kirch am Ende von der halbstaatlichen Bayerischen Landesbank einen Kredit bekommen habe, der den Kauf der Sportrechte ermöglicht habe. Die Landesbank nahm dazu nicht Stellung.

Der SPD-Wirtschaftsexperte Heinz Kaiser sagte, es sei «problematisch, wenn Erwin Huber sich als Kirch-Lobbyist betätigt». Ein medienpolitisches Interesse Bayerns an der Formel 1 könne der SPD-Politiker nicht erkennen. «Die Staatsregierung zeigt sich offenbar erkenntlich für die publizistische Unterstützung der CSU durch den Kirch-Konzern», sagte Kaiser. Er forderte eine rasche Klärung der Vorgänge.

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