Opposition übernimmt Parlamentsvorsitz
Machtbasis der peruanischen Regierung bröckelt

dpa LIMA. Der peruanische Kongress hat am Donnerstag mit Valentin Paniagua einen Oppositionspolitiker zum Parlamentspräsidenten gewählt. Paniagua setzte sich mit 63 gegen 51 Stimmen gegen den Kandidaten der Regierungspartei Peru 2000, Ricardo Marcenaro durch. Mit dem Sprechchor "Die Diktatur wird fallen" feierte die Opposition das Abstimmungsergebnis.

Staatspräsident Alberto Fujimori hat damit eine der Stützen seiner Macht verloren. Vorausgegangen war am Montag die Abwahl der bisherigen Parlamentspräsidentin Martha Hildebrandt, einer bedingungslosen Anhängerin Fujimoris. Fujimori selbst musste unter öffentlichem Druck bereits einer Verkürzung seiner erst am 28. Juli begonnenen dritten Amtszeit von fünf Jahren auf ein Jahr zustimmen. Sollte er vorher stürzen, könnte Paniagua das Amt eines Übergangspräsidenten zufallen.

Fujimori, dem eine diktatorische Regierungsweise vorgeworfen wurde, war am 28. Mai in einer von der Opposition boykottierten Stichwahl für eine dritte Amtszeit wiedergewählt worden. Wegen eines Korruptionsskandals um seinen Berater Vladimiro Montesinos, sah er sich gezwungen, für nächstes Jahr Neuwahlen ohne seine Beteiligung anzusetzen. Montesinos ist in Peru untergetaucht.

Fujimori, der 1990 zum ersten Mal zum Präsidenten gewählt worden war, hatte zwei Jahre später mit Hilfe der Armee das widerspenstige Parlament aufgelöst. In den danach gewählten Kammern hatten willfährige Handlanger des Präsidenten das Sagen, die Opposition bekam nicht eineine einigen Ausschussvorsitz.

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