Opposition und Bundeswehrverband kritisieren Spekulationen
Scharping erneut in der Kritik

Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) steht wegen seiner Spekulationen über Einsatzmöglichkeiten deutscher Soldaten im Fadenkreuz der Kritik.

ddp BERLIN. Der Vorsitzende des Bundeswehr-Verbands, Bernhard Gertz, sagte am Freitagmorgen im ZDF -"Morgenmagazin", er sei "ganz allgemein der Meinung, dass Spitzenparlamentarier in solchen Situationen sehr gut beraten sind, wenn sie das Gackern über ungelegte Eier lassen und sich bedeckt halten". Dies diene auch dem Schutz der Soldaten.

FDP-Fraktionschef Wolfgang Gerhardt sagte, er halte wenig von den "Planspielchen" Scharpings. Das sei "in der jetzigen Situation kontraproduktiv", zumal noch keine militärischen Details bekannt seien. Scharping hatte der "Bild"-Zeitung gesagt, dass deutsche Soldaten "an Bord von Awacs-Flugzeugen der Nato oder auf Schiffen" eingesetzt werden könnten.

Bereits am Donnerstagabend hatte ihn die Opposition dafür scharf kritisiert. Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel mahnte nach Beratungen der Partei- und Fraktionschefs im Kanzleramt, "Irritationen durch die Bundesregierung, insbesondere durch den Verteidigungsminister, was nicht vorhandene Zeitplanungen betrifft", sollten in Zukunft unterbleiben. FDP-Chef Guido Westerwelle betonte, es sei "in keiner Weise akzeptabel, dass der Bundesverteidigungsminister permanent mit irgendwelchen Spekulationen an die Öffentlichkeit geht." Scharping solle "ruhig regieren, aber nicht spekulieren."

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