Oppositionsgruppe tritt am Dienstag an Öffentlichkeit
In Kaiserslautern ist der Teufel los

Im Vorjahr sorgte das Sommertheater um Youri Djorkaeff wochenlang für Negativ-Schlagzeilen - jetzt ist beim 1. FC Kaiserslautern pünktlich zum Saisonstart der Fußball-Bundesliga erneut der Teufel los. Umsturzpläne einer Opposition, die Aufsichtsrat und Vorstand ihrer Ämter entheben will, Gerüchte und Dementis über eine drohende Ablösung von Teamchef Andreas Brehme durch den Berliner Falko Götz und ein sichtlich genervter Brehme sorgen für Zündstoff im Brennpunkt Betzenberg.

dpa KAISERSLAUTERN. Als "absolut falsch" hat der FCK-Vorstandsvorsitzende Jürgen Friedrich einen Beitrag der "Bild-Zeitung" (Montagausgabe) bezeichnet, in dem von einem Gespräch Friedrichs mit Götz als dem möglichen Nachfolger von Teamchef Brehme berichtet wurde. Das Treffen soll am Frankfurter Flughafen stattgefunden haben. "Ein solches Treffen hat es nicht gegeben", erklärte Friedrich am Montag in einer Pressemitteilung.

Auch der ins Gespräch gebrachte Götz, erfolgreicher Interims-Nachfolger von Jürgen Röber bei Hertha BSC Berlin und derzeit als Spieler- und Spielebeobachter für die Berliner tätig, dementierte empört. "Ich verweise auf das Schärfste darauf, dass ich keinen Kontakt zu Kaiserslautern hatte. Es hat nie ein Gespräch gegeben. Ich finde es sehr unfair, dass mein Name dazu benutzt wird, um gegen Andy Brehme Stimmung zu machen, den ich als Kollegen sehr schätze", sagte Götz.

Bei FCK-Teamchef Brehme zerren die Meldungen und Gerüchte um seine "Wackel-Position" ganz offensichtlich zunehmend an den Nerven. Im Radiosender SWR reagierte der Weltmeister von 1990 äußerst gereizt und sprach von "Vollidioten" und "Drecksblättern". Über die Meldungen könne es sich "nur kaputtlachen". Friedrich wunderte sich über die negative Stimmung vor Saisonbeginn: "Es kann doch nicht sein, dass man jetzt schon das Dach abreißt."

Reagiert haben die zusehends in die Kritik geratenen FCK- Verantwortlichen auch auf die Veröffentlichung einer Oppositions-Gruppe ("Unser FCK"), die dem Traditionsclub nach eigenen Worten "zu einer seriösen Vereinsführung in Aufsichtsrat und Vorstand verhelfen will". Friedrich: "Durch eine solche Aussage wird die Behauptung aufgestellt, dass beim 1. FC Kaiserslautern derzeit unseriös gearbeitet wird. So etwas lassen wir uns nicht bieten." Wenn jemand Ambitionen habe, solle er die entsprechenden Anträge zur nächsten Mitgliederversammlung einreichen, aber nicht mit derartigen Unterstellungen Stimmung machen, forderte Friedrich.

Die Oppositions-Gruppe will sich am Dienstagabend der Öffentlichkeit vorstellen. Ihr Ziel ist es, Aufsichtsrat und Vorstand des FCK zu stürzen und einen neuen Chefcoach zu präsentieren. "Fruchtbare Gespräche mit einem Wunschkandidaten" liefen schon seit geraumer Zeit. Als Zugpferd ihrer Umsturzpläne will sich die Opposition auch des früheren Publikumslieblings Olaf Marschall bedienen. Der ausgemusterte Ex-Nationalspieler soll die bisher verwaiste Position des Sportlichen Leiters einnehmen. Der 36-Jährige soll "in Absprache mit dem künftigen Cheftrainer für Spielertransfers zuständig sein und als Bindeglied zwischen Mannschaft, Trainer und Vorstand fungieren".

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