Oppositon ruft zu Boykott auf
Fujimori tritt bei Präsidentenamt allein an und nennt Toledo einen "Wahlputschisten"

Vor der umstrittenen Stichwahl um das peruanische Präsidentenamt an diesem Sonntag hat der Oppositionskandidat Alejandro Toledo erneut zum Boykott der Abstimmung aufgerufen. Die Wahlverweigerung kann Peruaner indes teuer zu stehen kommen.

dpa LIMA. "Die Unregelmäßigkeiten der ersten Wahlrunde (9. April) dauern an", sagte Toledo. Amtsinhaber Alberto Fujimori, der als einziger Kandidat antritt, nannte Toledo am Freitagabend einen "Wahl- Putschisten". Toledo habe versucht, die "Wahlen zu sabotieren, um einen Staatsstreich herbeizuführen", sagte Fujimori der spanischen Zeitung "El Mundo". Der Oppositionskandidat habe einfach nicht den Mut, sich den Wählern zu stellen, weil er chancenlos sei.



Toledo rief angesichts der drohenden Geldstrafen bei Verstößen gegen die Wahlpflicht dazu auf, "Nein dem Wahlbetrug" auf die Wahlzettel zu schreiben und damit ungültig zu wählen. Die oberste Wahlbehörde JNE hatte alle Eingaben für eine auch von der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) geforderte Verschiebung der Wahl unter Hinweis auf die Verfassung abgelehnt. "Diese Entscheidung hat die wahre Natur dieser Regierung offen gelegt, einer Diktatur, die sich durch Wahlbetrug an der Macht halten will", sagte Toledo. Die "Karikatur einer Wahl" werde zu einer "illegalen, nicht legitimierten und unstabilen" Regierung führen. Der 54-jährige Wirtschaftswissenschaftler gab sich jedoch zuversichtlich, "dass wir schon bald siegreich aus der Krise hervorgehen" werden.



Fujimori wies den Vorwurf des Wahlbetrugs zurück. "Das Gerede vom Wahlbetrug gab es bei jeder Wahl in Peru und es war immer falsch", sagte er. Auch sei die Wahl ausreichend vorbereitet. Sanktionen wegen des frühen Wahltermins fürchte er nicht. "Nach einer Wahl beruhigt sich die Lage immer schnell" und Toledo sei ohnehin "eine vorübergehende Erscheinung", die an Bedeutung verlieren werde. Eine weitere Kandidatur schloss Fujimori aus. "Ich habe mich eindeutig entschieden, mich im Jahre 2005 aus der Politik zurückzuziehen", sagte der seit 1990 regierende Staatschef.

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