Optikunternehmen strebt Umwandlung in Aktiengesellschaft an
Carl Zeiss will Verlust des Vorjahres wettmachen

Reuters STUTTGART. Das Optikunternehmen Carl Zeiss will in diesem Jahr den Vorjahresverlust mit einem Rekordgewinn nahezu wettmachen und sich mittelfristig in eine Aktiengesellschaft umwandeln. "Wenn der Wagen nicht noch umkippt, wird dieses Jahr das beste Ergebnis in der Nachkriegsgeschichte des Unternehmens erreicht", sagte der zum Jahresende auscheidende Vorstandssprecher Peter Grassmann am Donnerstag in Stuttgart. Auch der Umsatz solle zulegen. Innerhalb einiger Jahre wollen die zur Carl-Zeiss-Stiftung gehörenden Gruppen Schott und Carl Zeiss ihre Rechtsform ändern. Ein Börsengang sei aber nur für einzelne Firmenteile angedacht.

Im vergangenen Geschäftsjahr 1998/99 (per Ende September) war das im schwäbischen Oberkochen angesiedelte Unternehmen durch einmalige Belastungen nach Steuern kräftig in die Verlustzone gerutscht, der Fehlbetrag hatte 115 Mill. DM betragen. Der Betriebsgewinn - also das Ergebnis vor Steuern - solle in diesem Jahr von bisher 36 Mill. DM auf den Rekordwert von 155 Mill. DM springen, kündigte Grassmann an. Finanzvorstand Olaf Berlien fügte hinzu, der Jahresüberschuss solle in etwa die Hälfte des Betriebsergebnisses erreichen.

Bereits in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres habe der Vorsteuergewinn bei 125 Mill. DM gelegen, sagte Berlien. Auch die Erlöse hätten um 22 % auf 2,779 Mrd. DM zugelegt. Im gesamten Geschäftsjahr peile Carl Zeiss einen Umsatz von 3,6 Mrd. DM an. Bis zum Geschäftsjahr 2002/03 wolle das Unternehmen die fünf-Milliarden-Grenze beim Umsatz erreichen. Durch das erwartete Wachstum würden künftig auch wieder neue Stellen geschaffen. Im kommenden Jahr sollen alleine 300 neue Mitarbeiter für ein geplantes neues Werk für die Halbleitertechnik eingestellt werden. Carl Zeiss beschäftigt weltweit derzeit rund 13 200 Mitarbeiter.

Der geplante Umbau der Firmenstruktur nimmt nach den Worten von Grassmann unterdessen Gestalt an. Bei der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft würde die Stiftung als Holding fungieren, erläuterte der Firmenchef. Ein Börsengang von Carl Zeiss sei aber nicht geplant. Für Untergruppen des Unternehmens sei dies allerdings nicht auszuschließen. Vor der Umwandlung der Rechtsform müsse allerdings erst das Stiftungsinstitut geändert werden, was etwa zwei Jahre dauern werde. Zudem wolle Carl Zeiss zunächst seine Eigenkapitalbasis auf rund 20 % ausbauen.

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