Optimierung der Auslastung
LKW-Maut könnte Logistik-Optimierer stützen

Neben der schärferen Kosten-Situation sieht BHF-Analyst Stefan Kick auch positive Effekte der angestrebten LKW-Maut für ausgewählte deutsche Logistik-Unternehmen.

vwd DÜSSELDORF. Zwar folgten der Maut grundsätzlich zusätzliche Kosten und damit weiterer Margen-Druck, sagte Kick, einzelne deutsche Unternehmen könnten aber von ihrer Kompetenz in der Logistik-Optimierung profitieren, da sich die neuen Kosten auf gefahrene Kilometer pro LKW beziehen. "Die Logistik muss intelligenter werden, damit die Stück-Kosten-Effekte der Maut möglichst klein werden", so Kick.

Derzeit sei die Auslastung besonders in konjunkturell schwächeren Zeiten nicht optimal. Die Optimierung der Auslastung gehöre jedoch zur Kernkompetenz der Unternehmen am Neuen Markt wie D. Logistics, Thiel und Microlog. Zu Stinnes sagte Kick, das Unternehmen sei stärker betroffen als die Unternehmen am Neuen Markt, betreibe aber nur etwa 700 eigene LKW, insgesamt führen etwa 20.000 unter der Marke. Damit halte sich der direkte Effekt der Maut in Grenzen.

Mit einem Rückgang der Transport-Volumina aufgrund der Kilometer-Gebühren sei kaum zu rechnen, fügte Kick an. Denn die Bahn sei aufgrund der unzureichenden Netze und Infrastruktur nicht in der Lage, größere Transport-Volumina von der Straße an sich zu ziehen. Insgesamt warnt Kick auch davor, neben der höheren Auslastung der LKW weitere Lenkungseffekte zu erwarten. Die Kosten für die Hersteller und damit die Preise für den Endverbraucher würden steigen, und zwar unabhängig davon, ob der Endverbraucher nahe an der Produktionsstätte wohne und kaufe oder nicht.

Umgehung der Maut

Außerdem seien die Pläne noch nicht besonders ausgegoren. Zunächst könnte die Maut teilweise umgegangen werden, wenn der LKW-Verkehr von den Autobahnen auf die Landstraßen umgeleitet werde.

Für kaufenswert an der Börse hält Kick derzeit die Aktien von Thiel Logistik und Microlog sowie die Aktien von Stinnes. Das Sentiment für die Branche leide derzeit etwas unter vergleichsweise schwachen Zahlen internationaler Wettbewerber.

So leide die britische Exel-Gruppe besonders unter dem konjunkturell schwächeren Transatlantik-Geschäft. Verglichen mit den Wettbewerbern seien Stinnes attraktiv bewertet. D. Logistics hält Kick derzeit für eine Halteposition, Anleger sollten hier zunächst die Halbjahreszahlen abwarten, sagte der Analyst der BHF-Bank.

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