Optimierung der Lieferkette soll Kosten drücken
Procter & Gamble arbeitet mit Einzelhandel zusammen

Der Konsumgüterhersteller Procter & Gamble (P&G) hat sich ehrgeizige Ziele gesteckt: Das Unternehmen will seinen 8 Mrd. Dollar-Umsatz in Westeuropa verdoppeln.

DÜSSELDORF. Der Konsumgüterhersteller Procter & Gamble (P&G) hat sich ehrgeizige Ziele gesteckt: Das Unternehmen will seinen 8 Mrd. Dollar-Umsatz in Westeuropa verdoppeln. "Das Potenzial ist vorhanden", sagte Paul Polman, Präsident von P&G Westeuropa, dem Handelsblatt. "Die 388 Millionen Haushalte in der Region bieten die Grundlage für ein derartiges Wachstum." Bis wann Polman das Ziel erreichen will, ließ er allerdings offen.

Deutschland ist einer der größten Absatzmärkte für das Unternehmen. Im Geschäftsjahr 2000/2001 machte P&G Deutschland einen Umsatz von 2,7 Mrd. Euro. Das US-Unternehmen mit Sitz in Cincinnati vertreibt mehr als 250 Marken. Alleine dadurch, dass viele Marken nur auf einzelnen nationalen Märkten vertreten seien, gäbe es große Wachstumsmöglichkeiten, sagte Polman.

Der Hersteller von Getränken (Punica), Windeln (Pampers), Waschmittel (Ariel) oder Schönheitspflege (Oil of Olaz) will das Wachstum ermöglichen, indem er seine Lieferkette optimiert. Insbesondere in der Zusammenarbeit mit dem Einzelhandel lägen große Potenziale. Nach unabhängigen Studien haben selbst gut organisierte Supermärkte das Problem, dass 7 - 10 % ihrer Waren nicht da sind, wo der Kunde sie sucht: im Regal. Lieferengpässe, ungenaue Bedarfsvorhersagen und Kommunikationsprobleme unter den EDV-Systeme führen dazu, dass die Verbraucher auf ein anderes Produkt ausweichen oder ganz verzichten. Den Konsumartikelherstellern in Europa entgehen damit jährlich circa 4 Mrd. Euro Umsatz.

Procter & Gamble setzt deshalb verstärkt auf Efficient Consumer Response (ECR). Unter ECR werden verschiedene Managementmethoden zusammengefasst, mit denen die Versorgungskette der Konsumgüterwirtschaft effizient und an den Bedürfnissen der Verbraucher orientiert gestaltet werden soll. Die Digitalisierung des Warenflusses nach einheitlichem Standard soll dafür sorgen, dass die Produkte zur richtigen Zeit im Regal sind.

"Bisher haben wir erwartet, dass die Einzelhändler sich mit ihren Strategien nach uns gerichtet haben", sagt Polman. Jetzt wolle man sich stärker auf deren Bedürfnisse einstellen, bis hin zum einzelnen Supermarkt. P&G arbeitet in Deutschland mit allen großen Supermärkten und Drogerieketten zusammen. Polman geht davon aus, dass ECR seinem Unternehmen 5 - 10 % Kosteneinsparungen bringen werde. Auch der Umsatz könne um 1 - 2 % gesteigert werden.

Matthias Volkert von der DG Bank hält es für realistisch, dass P&G das Ziel der Kostensenkung erreicht. "Die Umsatzsteigerung ist allerdings auf lange Sicht zu sehen. In den nächsten drei Jahren wird das nicht zu schaffen sein."

Nicht nur Procter & Gamble will sich ECR stärker zu Nutze machen. Alle großen Konsumartikelhersteller von Unilever, Nestlé, Kraft, Henkel, Johnson&Johnson bis Coca-Cola sind dabei, ECR einzuführen oder zu verstärken. Unter den Einzelhandelsunternehmen gilt Wal-Mart als Vorreiter. Auch die deutsche Metro AG ist auf den Trend aufgesprungen und erhofft sich Kostensenkungen und Umsatzsteigerungen. Während Konsumartikelhersteller den Löwenanteil ihres Umsatzes mit durchschnittlich 25 Händlern machen, haben Einzelhändler mehrere Tausend Lieferanten. Der Procter & Gamble-Konzern hat ein schlechtes Jahr 2001 hinter sich: Das operative Ergebnis sank um 20 % auf 4,7 Mrd. Dollar, der Umsatz ging um 2 % auf 39,2 Mrd. Dollar zurück.

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