Optimismus auf dem Parkett
Dax testet 5 000-Punkte-Marke

Nach der Senkung der Leitzinsen in der Eurozone hat der Deutsche Standardwerte-Index Dax am Donnerstag kurzzeitig die Marke von 5 000 Punkten übersprungen. Zuletzt hatte der Dax am 6. September über 5 000 Punkten notiert.

vwd FRANKFURT. Sehr fest notiert der Dax nach der "großen" Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB). Bis gegen 17.10 Uhr gewinnt der Dax bei anziehendem Volumen 2,6 % bzw 127 auf 4 988 Zähler. Charttechnisch liege bei 5 000 Punkten ein Widerstand, der den Aufwärtstrend stoppe, sagt ein charttechnisch orientierter Händler. Diese Marke habe der Index zwar am Nachmittag bereits getestet, sie aber nicht endgültig überwinden können. Der Dow-Jones-Index legt im frühen US-Geschäft ebenfalls mehr als 120 Punkte zu. Das verhilft dem Dax zu einem erneuten Höhenflug.

Die Senkung der Leitzinsen um 50 Basispunkte durch die EZB war vom deutschen Markt erst verhalten aufgenommen worden. Der Index gab kurzzeitig sogar einen Großteil der frühen Gewinne wieder ab. "Wir sind im Vorfeld nach vorn gelaufen", sagte ein Analyst zur Erklärung. Doch gute US-Daten am Nachmittag wurden positiv aufgenommen und führten zu einer festen Wall Street. So sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA stärker als prognostiziert zurückgegangen. "Das deutet darauf hin, dass es in dem Bereich zu einer Bodenbildung kommt", meint ein Händler. Die Entlassungswellen hätten ja schon vor dem 11. September begonnen und sich dann nochmals verstärkt. "Da ist aber mittlerweile ein Ende abzusehen", heißt es.

Hoffnungen auf baldige Erholung

Auch die US-Importpreise sind stärker als erwartet gesunken. "Von der Preisseite gibt es derzeit keinen Druck", meint der Experte. Das zeige, dass die Leitzinssenkung der Fed vom Dienstag richtig gewesen sei. In Deutschland verbessern gute Zahlen von der Deutschen Post und Schering nach Angaben von Händlern die Stimmung zusätzlich. Dass die deutsche Industrieproduktion im September noch stärker zurückgegangen ist als erwartet, belastet den Markt dagegen kaum. "Das pessimistische Bild, das sich nach den schwachen Auftragseingängen und dem Absturz des ifo-Geschäftsklima-Index bereits abgezeichnet hat, wurde durch die Daten voll bestätigt", sagt ein Analyst. Aber die sich abzeichnende Konsolidierung in den USA zusammen mit billigem Geld weckten Hoffnungen auf eine baldige Erholung in Europa.

Die Schering-Zahlen sind nach Angaben eines Analysten im operativen Bereich besser ausgefallen als erwartet. Der Umsatz liege dagegen etwas niedriger. Dies könne mit ungünstigen Währungsentwicklungen zusammenhängen. Die gute Entwicklung von Betaferon sei eine erfreuliche Nachricht. Auch der Ausblick von Schering sei sehr positiv aufgenommen worden. Schering verteuern sich um 1,6 % auf 59,70 Euro.

Deutsche Post überzeugt mit positiven Zahlen

Auch die Zahlen der Deutschen Post werden sehr wohlwollend betrachtet. Es gebe aber keine neue Fantasie, die für einen deutlichen Kursanstieg sorgen könnte, dämpft eine Analystin die Stimmung. Die Zahlen des Unternehmens lägen "im Rahmen der Erwartungen". "Es gab keine Überraschungen, das Geschäft läuft." Deutsche Post notieren aktuell fast unverändert mit einem leichten Plus vonm 0,1 % auf 15,97 Euro. "Bei 16 Euro liegt ein Widerstand, der sich als sehr fest herauskristallisiert", sagt ein Chartist.

Sehr fest zeigen sich hingegen Thyssen-Krupp, die bereits am Vortag gesucht waren. Berichte, denen zufolge Hongkong den Bau einer 180 Kilometer langen Transrapidstrecke erwägt, verbessern die Stimmung weiter. Am Freitag wird Thyssen-Krupp Zahlen vorlegen. Die Aktien verbessern sich um 5,4 % auf 13,89 Euro. Die Banken profitieren nach Ansicht von Händlern von dem Zinsschritt, Commerzbank und Deutsche Bank legen kräftig zu. Nur die HypoVereinsbank bleibt zurück und gibt 0,4 % 37,36 Euro ab. Der Wert ist von der deutlichen Reduzierung der Gewinnschätzung durch Morgan Stanley belastet, sagen Experten.

Von dem Konkursantrag der Sabena profitieren wie schon am Vortag die Lufthansa-Aktien. Beobachter hoffen auf weitere Marktanteile und steigende Passagierzahlen. Lufthansa klettern um 6,9 % auf 13,86 Euro. Händler einer schweizerischen Bank sehen die positive Kursentwicklung jedoch bei 14 Euro stoppen.

Infineon setzen Aufwärtstendenz fort

Angeführt wird die Gewinnerliste am Abend von Infineon, die mehr als 7 Prozent zulegten. "Infineon profitiert von der positiven Meldungen aus der Halbleiterbranche", sagte ein Frankfurter Händler. Wie die Semiconductor Industry Association's (SIA) am späten Mittwochabend in San Franzisko mitteilte, dürfte sich die weltweite Halbleiterbranche im 4. Quartal erholen. Im kommenden Jahr sollte der Sektor "langsam" steigen. Im Jahre 2003 dürften die Umsätze auf 181 Mrd. $ und in 2004 auf 218 Mrd. $ zulegen, hieß es. Zudem seien die Kursgewinne des Infineon-Titels auf die Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank (EZB) zurückzuführen. Dennoch dürfe man bei aller Freude über die Kursgewinne nicht vergessen, dass der Wert noch im Mai bei mehr als 46 ? gestanden habe.

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