Optimismus gedämpft
Cisco-Prognose drückt US-Börsen

Ein trüber Geschäftsausblick des weltgrößten Netzwerkausrüsters Cisco Systems hat an den US-Börsen am Donnerstag erneut Zweifel am jüngsten Konjunkturoptimismus aufkommen lassen und die Kurse gedrückt.

Reuters NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss in New York mit einem Verlust von 2,1 Prozent auf 8586,24 Punkte, der technologielastige Nasdaq-Index gab knapp 3 Prozent auf 1376 Zähler nach. Auch der breiter gefasste S&P-500-Index verlor gut zwei Prozent auf 902 Punkte.

"Cisco hat von schwachen Investitionen in Informationstechnologie gesprochen, und das wollten wir schon gar nicht hören", sagte Arthur Hogan, Chefmarktanalyst bei Jefferies & Co. "Man sollte aber auch bedenken, dass wir einen ziemlich guten Kursanstieg in den vergangenen vier Wochen hatten ohne große Pausen einzulegen." "Die Anleger sind besorgt, dass wir die Trendwende doch noch nicht erreicht haben", fügte Owen Fitzpatrick von Deutsche Bank Private Banking hinzu.

Cisco hatte am Vorabend zwar einen Netto-Quartalsgewinn über den Analystenerwartungen ausgewiesen, aber zugleich angekündigt, im laufenden Vierteljahr könne der Umsatz um bis zu vier Prozent sinken. Cisco-Aktien verloren am Donnerstag 4,7 Prozent auf 12,35 Dollar und waren Umsatzspitzenreiter an der Nasdaq. Die Zahlen und Prognosen von Cisco gelten als richtungweisende Indikatoren für die Lage der gesamten Technologiebranche.

Der schwache Cisco-Ausblick zog auch andere Technologieaktien nach unten. Die Aktien des weltgrößten Chipherstellers Intel notierten mehr als vier Prozent tiefer. Auch der Softwarekonzern Microsoft gab nach. Die Papiere des Internetkonzerns Yahoo verloren rund zehn Prozent. Der japanische Internet-Zugangsanbieter Softbank hatte seinen Anteil an Yahoo verringert und 17,5 Millionen Aktien verkauft. Zudem senkte Prudential Securities die Bewertung der Yahoo-Titel auf "Hold" von "Buy".

Der Dow-Jones-Index wurde nach Händlerangaben vor allem von deutlichen Kursverlusten der Finanz-Aktien belastet. J.P. Morgan Chase verlor zeitweise deutlich. Händler führten dies auf Gerüchte um milliardenschwere Verluste des Instituts aus dem Goldhandel zurück. J.P. Morgan wies diese Spekulationen aber als falsch und unverantwortlich zurück.

Die am Donnerstag vorgelegten US-Konjunkturdaten hatten Händlern zufolge keinen nennenswerten Einfluss auf das Börsengeschehen. Auch die unerwartet deutliche US-Zinssenkung um 50 Basispunkte von Mittwoch habe sich nicht mehr ausgewirkt, sagten Marktteilnehmer.

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