Optimismus hält sich in Grenzen: Leichte Kursgewinne an der Wall Street

Optimismus hält sich in Grenzen
Leichte Kursgewinne an der Wall Street

Es ist Dow Jones Tag an der Wall Street: Vier Unternehmen aus dem Standardindex legen heute Quartalsergebnisse vor und geben wegweisende Prognosen für die kommenden Monate. Da ist es ein gutes Zeichen, dass der Dow Jones mit 17 Punkten im grünen Bereich notiert. Auch die Nasdaq handelt am Mittwochvormittag mit Gewinnen: um drei Pünktchen klettert der Tech-Index.

NEW YORK. Allerdings ist man auf dem Parkett nicht zu optimistisch. Zu oft hatte man in den letzten Wochen, und zuletzt am Dienstag, frühe Gewinne gesehen, denen eine Schlappe am Nachmittag folgte.

Der Ölriese Exxon Mobil meldete am Morgen einen Gewinnrückgang um fast 50 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal - schuld daran ist natürlich der schwache Ölpreis, der schwer auf die Margen des Branchenführers drückte. Das Unternehmen verzeichnet für das vergangene Quartal ein Anteilsplus von 39 Cent und trifft damit die Konsensschätzung der Wall Street punktgenau. Das relativ schwache Ergebnis belastet die Exxon-Aktie im Handel nicht, der Gewinnrückgang ist eingepreist. In den letzten drei Monaten ist der Kurs des Papiers nur um ein Prozent gestiegen, wesentlich schwächer als die durchschnittliche Performance der Blue Chips. Am Mittwoch gewinnt Exxon 1,8 Prozent.

Auch beim Chemieriesen DuPont sind die Gewinne dramatisch zurückgegangen, man beendete das vergangene Viertel um 75 Prozent schwächer als das Vergleichsquartal. Das Unternehmen weist einen Gewinn von 124 Millionen Dollar oder 12 Cent pro Aktie aus, was die durchschnittlichen Erwartungen des Marktes um einen Penny schlägt. Du Pont erwartet ein weiterhin schwaches erstes Quartal, rechnet für das gesamte Jahr 2002 aber mit einem Gewinnwachstum gegenüber 2001. Die Aktie verbessert sich um 1,4 Prozent.

Der Flugzeughersteller Boeing hat mit einem Quartalsgewinn von 722 Millionen Dollar oder 90 Cent die Erwartungen des Marktes erfüllt. Das Unternehmen muss aber außerordentliche Kosten von fast 600 Millionen Dollar streichen, größtenteils Folgekosten der September-Attacken, weshalb man mit einem realen Quartalsplus von nur noch 12 Prozent schließt. In die Zukunft blickt man bei Boeing düster: Obwohl man nun doch mehr Flugzeuge ausliefern werde als zunächst erwartet, rechne man in 2002 mit einem Gewinn von nur noch 54 Millionen Dollar, in 2003 mit 52 Millionen Dollar. Jobkürzungen bleiben da nicht aus: Zwischen 30 000 und 95 000 Mitarbeiter müssen Boeing wohl verlassen. Die Aktie ist seit Jahresbeginn schwächster Wert im Dow, verbessert sich am Morgen aber um 1 Prozent.

Der Baumaschinenhersteller Caterpillar meldete ein Nullwachstum für das vierte Quartal. Man weist einen Quartalsgewinn von 264 Millionen Dollar oder 64 Cent pro Aktie aus und trifft damit die Schätzungen. Zwar hätte das Unternehmen in verschiedenen Bereichen Kosten gesenkt, doch seien die Einsparungen durch die schwache Konjunktur aufgezehrt worden. Für die erste Jahreshälfte 2002 gibt sich das Management pessimistisch, die Gewinne werden wohl "deutlich unter dem aktuellen Ergebnis" liegen. Auf das ganze Jahr gesehen hofft Caterpillar, die Gewinne leicht steigern zu können, die Analysten der Wall Street haben ihre Erwartungen an das Unternehmen aber bereits nach unten revidiert. Am Morgen verliert die Aktie 1,7 Prozent.

Der Handyhersteller Motorola sorgt mit dem vierten Quartalsverlust in Folge nicht für eine Überraschung. Das Unternehmen weist für die vergangenen drei Monate einen Verlust von 90 Millionen Dollar oder 4 Cent pro Aktie aus. Für das laufende Quartal rechnet man mit einem noch schlechteren Ergebnis, nicht zuletzt weil Motorola weiter mit den Konkurrenten Nokia und Texas Instruments um Marktanteile kämpft. Doch gibt man sich langfristig positiv: Im dritten Quartal soll der Turnaround gelingen, das Jahr 2002 will Motorola mit einem Anteilsplus von 15 Cent abschließen und damit in Höhe der Erwartungen. Noch optimistischer gibt sich am Morgen JP Morgan: Die Analysten glauben "Motorola hat dank einer Restrukturierung und der Einführung neuer Modelle die Kurve gekriegt" und verpassen der Aktie ein Upgrade auf "kaufen". Motorola gewinnt im frühen Handel 1,5 Prozent, Nokia und Texas Instruments handeln im selben Rahmen.

Mit einem herben Gewinneinbruch und einem Anteilsplus von nur noch 4 Cent meldete auch der Kommunikationsausrüster Tellabs . Damit schlug man die Erwartungen um einen Cent, und auch für die Zukunft gibt man sich aussichtsreich: "Wir sehen weiter zeichen einer Stabilisierung", sagte CFO Joan Ryan. Damit beeindruckt er die Anleger indes nicht: Die Aktie gibt 2,5 Prozent ab.

Branchenkollege Emulex steht am Morgen besser da: Die Analysten von JP Morgan und Salomon Smith Barney helfen dem Titel mit einem Upgrade auf "kaufen". Emulex hatte am Vorabend einen Quartalsgewinn von 13 Cent und damit über den Erwartungen gemeldet. Zwar ist der Gewinn gegenüber dem Vorjahresquartal gefallen, gegenüber den drei Vormonaten aber um 18 Prozent gestiegen. JP Morgan setzt Emulex ein Kursziel von 56 Dollar, am Morgen gewinnt die Aktie fast 10 Prozent auf 42,35 Dollar.

Auch einige Chip-Ausrüster werden von JP Morgan aufgestuft. Die Analysten sehen angesichts zahlreicher Meldungen aus dem Chipsektor eine künftig stabilere Nachfrage für die Zulieferer, die Chipdesigner und die Hersteller von Testgeräten. "Das Schlimmste ist überstanden", sagen die Experten und raten Novellus, Applied Materials, KLA-Tencor, Teradyne und Varian Semi "langfristig zu kaufen".

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