Optimismus ist gewachsen
Fondsprofis erwarten Aufschwung

Fondsmanager weltweit sind deutlich optimistischer geworden, was den Verlauf der Konjunktur angeht. Das ergab die jüngste Umfrage der Investmentbank Merrill Lynch im Dezember. Danach erwarten 86 % der 263 befragten Investmentexperten, dass sich die wirtschaftliche Lage in den nächsten zwölf Monaten verbessert. Einen Monat zuvor waren es nur 68 % gewesen.

tmo DÜSSELDORF. "Die Fondsmanager sind überzeugt, dass wir das Schlimmste hinter uns haben", sagte David Bowers, verantwortlich für weltweite Anlagestrategie bei Merrill Lynch, "sie stellen sich auf einen Aufschwung der Wirtschaft und der weltweiten Börsen ein". In Bezug auf die Entwicklung der Aktienmärkte in den nächsten zwölf Monaten hat sich der Optimismus der Fondsmanager kaum verändert: 85 % erwarten, dass die Kurse dann "etwas höher" oder "viel höher" als heute stehen - ebenso viele wie im November. Nach dem Kursaufschwung seit dem Terrorschock im Herbst hält die Mehrheit der befragten Investmentexperten die Aktienkurse aber nicht mehr für ausgesprochen günstig, sondern für fair bewertet. "Die Fondsmanager setzen auf einen Anstieg der Unternehmensgewinne als künftigen Treiber für steigende Kurse, und nicht auf eine mögliche Unterbewertung des Marktes", sagte Chefstratege Bowers.

Viele Geldverwalter wollen jedoch auch Gelgenheiten nutzen, um Gewinne mitzunehmen. 44 % gaben an, sie würden einen Teil ihrer Aktien verkaufen, wenn die Kurse kurzfristig um zehn Prozent steigen würden. Andererseits würde die überwiegende Mehrzahl (77 %) bei einem Kursrückgang um zehn Prozent Aktien nachkaufen. "Das Umfeld weist momentan keinen klaren Trend auf", kommentierte Merrill- Stratege Bowers das Ergebnis, "der Anlagehorizont der Fondsprofis ist kürzer als sonst". Nur wenige institutionelle Investoren folgten derzeit einer einfachen "Kaufen-und- Halten"-Strategie.

Für eine eher vorsichtige Einstellung der Investmentspezialisten spricht auch, dass einige immer noch hohe Barbestände in ihren Depots halten. So erklärte knapp ein Drittel der befragten Fondsmanager, in Cash "übergewichtet" zu sein - also einen höheren Anteil von Barmitteln vorzuhalten als üblich. Allerdings sind die Cashquoten im Vergleich zum Vormonat bereits deutlich gesunken.

Regional favorisieren die meisten Fondsmanager unverändert die USA. Allerdings halten sie diesen Markt auch am ehesten für überbewertet. An Attraktivität gewonnen haben Schwellenländer wie Südostasien, Osteuropa und Lateinamerika. Dort seien die Kurse noch vergleichsweise niedrig, urteilen die von Merrill Lynch befragten Fondsmanager.

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