Optimisten setzten sich durch
US-Aktien von Konjunkturdaten unbeeindruckt

Im Tagesverlauf hatte vor allem der schlechter als erwartet ausgefallene US-Einkaufsmanagerindex für Kursverluste gesorgt. Dann setzten sich jedoch die Optimisten durch: "Die neuen Zahlen zeigen doch nur was in der Vergangenheit passiert ist - für die Zukunft bedeutet das gar nichts", sagte Jon Burnham, Eigner und Vorstandsvorsitzender des Brokerhauses Burnham Securities. Sowohl Technologieaktien als auch Zykliker hätten von dem Optimismus der Anleger profitiert, sagten Marktbeobachter.

rtr/dpa-afx NEW YORK. Der Leitindex Dow Jones legte um 0,72 % auf 10 990,41 Punkte zu. Der marktbreitere S&P 500 Index stieg um 0,39 % auf 1 260,67 Punkte. Die Technologiebörse Nasdaq stieg um 1,85 % auf 2 149,44 Zähler. Der Blue-Chip-Index Nasdaq-100 legte 2,27 % zu und ging mit 1 840,83 Zählern aus dem Handel.

Boeing

stiegen um 3,36 %. Das Unternehmen hatte am Vormittag bekannt gegeben, einen Streik seiner Mechaniker abgewendet zu haben. Der Flugzeugkonzern machte dabei finanzielle Zugeständnisse an die Gewerkschaft, verhinderte aber nach einen nach Ansicht von Branchenkennern kostspieligen Streik.



Die Aktie von Ford Motor stieg um 0,99 %. Auch negative Unternehmensnachrichten konnten den Aktienkurs nicht belasten: Ford hatte im Mai in den USA 10,5 % weniger Fahrzeuge abgesetzt.



General Motors

(GM)

legten 2,28 % zu. Das Unternehmen hatte bekannt gegeben, im zweiten Quartal einen Gewinn je Aktie von 1,05 $ zu erwarten. Die von First Call/Thomson Financial befragten Analysten hatten bisher durchschnittlich einem Gewinn von 1,06 $ je Anteilsschein gerechnet.



Eli Lilly

stiegen um 2,04 %. Das Unternehmen konnte am Freitag gleich mit zwei positiven Nachrichten aufwarten: Tests mit einem neuen Medikament für Erektionsstörungens seien erfolgreich verlaufen. Zudem habe das japanische Gesundheitsministerium einem Präparat des Unternehmens zur Behandlung von Schizophrenie die Marktfreigabe erteilt.



DuPont

gaben 0,71 %. Das Unternehmen hatte bekannt gegeben, im laufenden Quartal weiter in einem Geschäftsumfeld voller "Herausforderungen" zu operieren. Dies werde sich auch im zweiten Halbjahr nicht ändern. Die bereits angekündigten Entlassungen würden umfangreicher ausfallen als ursprünglich geplant.



Der US-Einkaufsmanagerindex war mit 42,1 gegenüber 43,2 Punkten im Vormonat weit schwächer als von Analysten erwartet ausgefallen. Volkswirte hatten mit einem Anstieg auf 43,3 Punkte gerechnet. Eine leichte Verbesserung des Indexes seit Januar habe Hoffnungen geweckt, dass sich das verarbeitende Gewerbe erholen und die Auftragslage wieder verbessern werde, hieß es am Markt.



Ökonomen erwarten weiteren Zinsschritt der US-Notenbank



Das US-Arbeitsministerium hatte zuvor einen Rückgang der Arbeitslosenquote auf 4,4 von 4,5 % im April bekannt gegeben. Damit ist die Arbeitslosenrate erstmals seit acht Monaten wieder gesunken. Volkswirte hatten mit einem Anstieg der Quote auf 4,6 % gerechnet. Die Zahl der Stellen außerhalb der Landwirtschaft ging nach Angaben des US-Arbeitsministeriums im Mai gegenüber dem Vormonat um 19 000 zurück. Volkswirte hatten einen Rückgang um 17 000 erwartet.



"Die wiedersprüchlichen Konjunkturberichte führen dazu, dass sich die Anleger zurückhalten und auf der Seitenlinie verharren, sagte Paul Cherney, Analyst bei S&P Marketscope.



Ökonomen rechen nach einer Reuters-Umfrage mit einer weiteren Zinssenkung der US-Notenbank um 25 Basispunkte bei dem nächsten Treffen des Offenmarktausschusses am 26. und 27. Juni. Die Daten vom Freitag dürften eine entscheidende Rolle bei der Höhe des erwarteten Zinsschrittes spielen, hieß es am Markt.



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