Optimistische Äußerungen
Analysten blicken bei MAN nur nach vorn

Der drastische Gewinnrückgang bei dem Münchener Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN im abgelaufenen Jahr ist für Analysten praktisch kein Thema mehr, wenn das Unternehmen am Mittwoch seinen Aktionärsbrief 2001 veröffentlicht.

rtr MÜNCHEN. "Viel interessanter ist, was im laufenden Jahr passiert", sagt HypoVereinsbank-Analyst Jürgen Warfsmann. Der Umschwung soll im Geschäft mit Lkw und Bussen kommen, die in den ersten neun Monaten 2001 in die Verlustzone gefahren waren. Obwohl weder MAN selbst noch die Experten von einem konjunkturellen Impuls ausgehen, sollte allein der Wegfall der Belastungen aus dem Bilanzbetrug bei der britischen Lkw-Tochter ERF und der aufwendigen Umstellung auf die Produktion der neuen Lkw-Reihe TG-A die Zahlen besser aussehen lassen. "Das Problem war nicht nur die Konjunktur, sondern auch die internen Schwierigkeiten", sagt Michael Riedel von der Bankgesellschaft Berlin.

Bestätigt fühlen sich die Analysten durch optimistischere Äußerungen von MAN-Vorstandschef Rudolf Rupprecht. Der hatte am Donnerstag die Entwicklung des Nutzfahrzeug-Geschäfts zwischen Dezember und Februar als "sehr erfreulich" bezeichnet. Bisher rechnet MAN-Nutzfahrzeuge-Chef Hakan Samuelsson für 2002 noch mit einem Umsatzrückgang um zehn Prozent.

"Das Schlimmste ist vorbei", resümiert Riedel. "Aber ein gutes Jahr wird 2002 auch noch nicht", ergänzt sein Kollege Warfsmann. Zwar traut er MAN eine Steigerung des Gewinns vor Steuern um nahezu zwei Drittel zu. "Konjunkturbedingt ist MAN aber noch weit davon entfernt, wo man hin will." Beim Gewinn 2001 rechnen die Analysten nicht mit Überraschungen, nachdem MAN seine Erwartungen drei Mal und schließlich auf 200 Millionen Euro vor Steuern, ein Drittel des Vorjahreswertes, herunter geschraubt hatte. "Ich gehe davon aus, dass MAN zum Schluss die Reißleine gezogen hat", sagt Riedel.

Die Prognosen der von Reuters befragten Analysten liegen in engen Grenzen um diesen Wert. Im Durchschnitt erwarten sie 196 Mill. Euro vor Steuern. Im Geschäftsjahr 1999/2000 (zum 30. Juni) hatte der Gewinn noch bei 668 Mill. Euro gelegen, im Kalenderjahr 2000 rechnerisch sogar bei 704 Mill. Euro.

Beim Umsatz hat MAN 2001 die Erwartungen der Märkte indes übertroffen. Das Umsatzvolumen stieg um elf % auf 16,24 Mrd. Euro, während der Auftragseingang bei knapp 15,7 Mrd. Euro stagnierte.

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