Optimistische Aussichten trotz Konjunkturflaute
Porsche will mit Cayenne in "neue Dimension"

Der Sportwagenhersteller Porsche präsentiert sich in Frankfurt optimistisch. Mit der im kommenden Jahr geplanten Markteinführung des neuen Geländewagens "Cayenne" will das Unternehmen in ein neues Kapitel der Firmengeschichte aufbrechen.

Reuters FRANKFURT. "Der Cayenne wird Porsche in völlig neue Dimensionen katapultieren", sagte Konzernchef Wendelin Wiedeking am Dienstag anlässlich der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt. Das bisherige Interesse lasse deutliche Steigerungen bei den Geschäftszahlen erwarten. Porsche hatte zuvor bereits für das Geschäftsjahr 2000/2001 einen Anstieg des Vorsteuergewinns auf erstmals mehr als eine Milliarde Mark von knapp 850 Millionen Mark bekannt gegeben. Eine Abschwächung der US-Geschäfte durch die Konjunkturflaute in Amerika sieht der Konzern derzeit nicht.

Wiedeking zeigte sich anlässlich der IAA über die bisherige und künftige Entwicklung des Konzerns außerordentlich optimistisch und selbstbewusst. Porsche könne sich mit seiner klaren Strategie und sicheren Positionierung weiter gegen die weltweite Konjunkturflaute behaupten. Auch im Anfang August begonnenen Geschäftsjahr 2001/2002 habe das Unternehmen bei Umsatz und Ergebnis "noch Einiges an Möglichkeiten", sagte der Vorstandsvorsitzende. Porsche hatte am Vormittag mitgeteilt, dass der Absatz 2000/2001 um knapp zwölf Prozent auf 54 586 Fahrzeuge und der Umsatz um etwa ein Fünftel auf rund 8,5 Milliarden DM geklettert seien.

Keine Abschwächung in den USA

Auch für die Zukunft zeigte sich Porsche optimistisch. Die Nachfrage lasse weiterhin hohe Absätze erwarten, und die Neueinführung von zwei neuen Fahrzeug-Modellen werde sich positiv auf Umsatz und Ertrag auswirken, hieß es. Dazu beitragen werde auch der steigende Anteil höherwertiger Wagen an der Angebotspalette ("Produkt-Mix"). Die Wirtschaftsschwäche in Amerika spürt der Stuttgarter Autokonzern, der als der Profitabelste seiner Branche gilt, bisher nicht. "Nach allem, was wir in Erfahrung bringen konnten, erwarten wir für Porsche keine Abschwächung in den USA", sagte Wiedeking. "Noch signalisieren uns die Händler in ihrer überwiegenden Mehrheit eine nach wie vor ausgezeichnete Nachfrage." Sollte sich das Geschäft dennoch beruhigen, würde Porsche von der höheren Wechselkursabsicherung profitieren. Selbst bei einer niedrigeren Stückzahl würde sich das Ergebnis positiv entwickeln, unterstrich Wiedeking.

Beim Cayenne, der in der zweiten Hälfte kommenden Jahres auf den Markt kommen soll, stellt sich Porsche den Angaben zufolge auf höher als bisher geplante Stückzahlen ein. Nach der erstmaligen Präsentation des Wagens vor Importeuren sei klar geworden, dass Porsche mit "den anvisierten 25 000 Einheiten jährlich nicht auskommen" werde, sagte Wiedeking. "Der Cayenne wird zu einem Sprung führen, der noch keinem so richtig klar ist", fügte der Porsche-Chef hinzu. Porsche will den Geländewagen in einer neuen Fabrik in Leipzig produzieren, die auch auf die Ausweitung von Kapazitäten ausgerichtet sein.

Flaggschiff 911 mit neuen Modellen

Von den im vergangenen Jahr ausgelieferten 54 586 Wagen seien knapp die Hälfte auf die Flaggschiff-Baureihe 911 entfallen, deren Absatz um 15,9 Prozent gestiegen sei, teilte Porsche weiter mit. Einen wesentlichen Beitrag zu diesem Wachstum habe der Verkauf des Turbo geliefert. Vom kleinsten Porsche-Modell, dem Boxster, seien mit 27 865 Einheiten über acht Prozent mehr verkauft worden als im Vorjahr. Hier erwarte Porsche eine weiter gute Nachfrage, obgleich auch eine leichte Abkühlung nicht auszuschließen sei. Die gesamte Sportwagen-Produktion stieg 2000/2001 um 14,3 Prozent auf 55 782 Fahrzeuge. Porsche stellt auf der IAA unter anderem die neuen Modelle 911 Targa und Carrera 4S vor. Nach dem Cayenne könnte Porsche nach früheren Angaben eine neue, dann vierte Baureihe auflegen.

Branchenkenner bewerteten die Porsche-Zahlen und den Ausblick positiv. "Das sieht sehr gut aus, liegt aber im Wesentlichen nahe der Prognosen", sagte ein Branchenkenner. "Es ist bemerkenswert, dass sich der Modell-Mix nochmals zu Gunsten der höherwertigen Wagen verschoben hat", fügte ein anderer Analyst hinzu. Dies schlage sich auch in den Gewinnmargen nieder. Der Aktienkurs der Porsche AG zog im frühen Aktienhandel zunächst kräftig an, fiel dann jedoch leicht zurück und notierte gegen Mittag in einem insgesamt freundlichen Marktumfeld noch 1,5 Prozent fester bei 356,45 Euro.

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