Optimistischer Ausblick
BASF überrascht Analysten

Europas führender Chemiekonzern hat im zweiten Quartal 2002 sein Ergebnis unerwartet kräftig gesteigert. Der Trend für das Gesamtjahr zeigt weiter nach oben.

Reuters LUDWIGSHAFEN. "Wir warten nicht auf einen Aufschwung, sondern wir handeln", sagte Konzernchef Jürgen Strube bei der Vorstellung des Quartalsberichts am Donnerstag. Die seit März spürbare leichte Belebung der Geschäfte habe sich im zweiten Quartal fortgesetzt.

"In Europa, dem NAFTA-Raum sowie in Asien zeigt unser Trend wieder nach oben", sagte Strube. Belastend sei hingegen die Situation in Südamerika. Im Gesamtjahr 2002 solle bei einem Umsatz auf Vorjahresniveau ein höheres Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen erwirtschaftet werden, bekräftigte Strube frühere Prognosen. Analysten äußerten sich positiv zu Zahlen und Ausblick. Die BASF-Aktie legte kräftig zu.

Eingeleitete Restrukturierungsmaßnahmen zeigten ihre Wirkung, teilte der Konzern weiter mit. Wegen des guten Auftragseingangs sei für das dritte Quartal davon auszugehen, dass der Umsatz leicht über dem Vorjahresniveau liegen werde. Das Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen werde den Vorjahreswert übertreffen. Dazu würden Margenverbesserungen in einigen Arbeitsgebieten beitragen. BASF hatte zuletzt für eine Reihe seiner Chemie-Produkte die Preise angehoben.

Analysten hatten weniger erwartet

BASF erwirtschaftete im zweiten Quartal ein Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen von 822 Mill. Euro, ein Plus von fast zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Analysten hatten nach einer Reuters-Umfrage im Durchschnitt lediglich mit 798 Mill. Euro gerechnet. Der Konzern setzte 8,379 Mrd. Euro im Quartal um, womit das Umsatzniveau des Vorjahreszeitraums gehalten worden sei, hieß es weiter. Analysten hatten im Schnitt geringere Erlöse von 8,264 Mrd. Euro erwartet.

Nach Steuern und Anteilen Dritter erwirtschaftete BASF ein Ergebnis von 502 Mill. Euro nach elf Millionen im Vorjahresquartal. Mit ihren Zahlen hoben sich die Ludwigshafener klar von ihrem Chemie-Konkurrenten Bayer ab, der vor einer Woche für das Quartal entgegen den Analysten-Erwartungen einen deutlichen operativen Ergebnisrückgang ausgewiesen hatte.

Unsicherheitsfaktoren bleiben

Konzernchef Strube wies aber auch auf weiter bestehende Unsicherheitsfaktoren für den Jahresausblick 2002 hin. Dies seien etwa die weltpolitische Sicherheitslage und der damit zusammenhängende Ölpreis aber auch die Turbulenzen an den Börsen sowie die Entwicklung des Verbrauchervertrauens. "Wir sind in einem ungewissen Umfeld", sagte Strube. Zum laufenden Kostensenkungsprogramm hieß es, BASF werde wie geplant bis Jahresende 2003 die Kosten um eine Milliarde Euro senken.

Den höchsten Ergebnisbeitrag vor Sondereinflüssen im Quartal erzielte mit 292 Mill. Euro das Öl- und Gasgeschäft, auch wenn das Ergebnis im Vorjahresvergleich um 22,8 Prozent sank. Hierbei sei das Ölgeschäft betroffen gewesen, das Erdgasgeschäft habe sich hingegen verbessert, hieß es.

Die kräftigsten Ergebnissteigerungen vor Sondereinflüssen verzeichnete BASF im Segment Kunststoffe und Fasern mit einem Plus von 201,4 Prozent. Das Segment Chemikalien verzeichnete einen Ergebnisanstieg vor Sondereinflüssen von 33,1 Prozent, bei den Veredelungsprodukten nahm es um 65,4 Prozent zu. Bei Pflanzenschutz und Ernährung verbuchte der Chemiekonzern allerdings wie von Analysten erwartet einen Ergebnisrückgang von 21,2 Prozent.

Aktie kräftig im Plus

Analysten sprachen von erfreulich guten Zahlen und begrüßten auch den eher zuversichtlichen Ausblick des Konzerns. "Die Zahlen waren sehr positiv und der Ausblick auf das Gesamtjahr hat diesen Eindruck bekräftigt", sagte BW Bank-Analyst Oliver Schwarz. Erfreulich sei, das BASF entlang der gesamten Wertschöpfungskette in der Chemie habe zulegen können. Hans Zayed, Chemieanalyst beim Bankhaus BNP Paribas, verwies insbesondere auf hohe Mengensteigerungen in den Chemiesparten. "Auch die Kostensenkungsprogramme scheinen sich, was die Margen dort betrifft, auszuzahlen", sagte Zayed. Die BASF-Aktie legte im Handelsverlauf 3,22 Prozent auf 40,41 Euro zu. Zeitweise zog die Aktie mehr als fünf Prozent an und gehörte damit zu den stärksten Gewinnern im Dax.

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