Optimistischer Ausblick für Deutschland – Erste Berechnungen zum Gesamtjahr 2001
Wissenschaftler und Bundesbank rechnen mit Erholung im ersten Quartal

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und die Deutsche Bundesbank sind zuversichtlich in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Konjunktur weiter eintrübe, sie gering, hieß es bei der Bundesbank.

pbs DÜSSELDORF. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet mit einem Ende der rezessiven Entwicklung in Deutschland - allerdings werde die Wirtschafts in den ersten drei Monten dieses Jahres nur um 0,2 % wachsen. Das Vorjahresniveau würde mit diesem Wert aber leicht übertroffen.

Auch die Deutsche Bundesbank beurteilt die Situation in Deutschland in ihrem Februar-Monatsbericht zuversichtlich: "Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Konjunktur noch weiter eintrüben könnte ist derzeit gering". Noch optimistischer beurteilt die Notenbank die weltwirtschaftliche Entwicklung insgesamt: "Schon im Frühjahr werden die expansiven Kräfte wieder die Oberhand gewinnen". Allerdings werde sich diese Erholung vor allem "wegen des niedrigen Produktionsniveaus Ende 2001 in der Jahreswachstumsrate 2002 "noch nicht spürbar niederschlagen".

Risiken für eine Erholung in Deutschland bleiben bestehen: Die Ertragslage der Unternehmen lasse noch zu wünschen übrig, mahnen die Volkswirte der Bundesbank und warnen deswegen vor überzogenen Tarifabschlüssen. Ein Lohnanstieg, der "den realen Verteilungsspielraum überschätzt, würde die Chancen für eine konjunkturelle Erholung erheblich vermindern".

Zudem werde der private Konsum in den ersten drei Monaten wohl nur verhalten zulegen, schätzen die Berliner Forscher vom DIW. Schuld daran sei sowohl die Lage am Arbeitsmarkt als auch die Einkommensentwicklung. Denn durch die Erhöhung der Beitragssätze zur Krankenversicherung sowie durch die gestiegene Mineralölsteuer haben die Deutschen weniger Geld in der Tasche. Es gibt aber auch positive Tendenzen: Die Ausrüstungsinvestitionen werden schon zu Jahresbeginn wieder expandieren, schätzt das DIW. Einen Beleg dafür liefern die zuletzt gestiegenen Aufträge aus dem Ausland. Die Exporte dürften deswegen nicht mehr zurückgehen.

Relativ enttäuschend fällt der Rückblick der Ökonomen auf das vergangenen Jahr aus. Wie die Notenbank auf Basis erster eigener Berechnungen berichtet, ist das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal 2001 um rund 1/4 % gegenüber dem Niveau des dritten Quartals zurückgeblieben - bereinigt um Kalender- und Saisoneinflüsse. Es war damit etwa ebenso hoch wie zur gleichen Vorjahreszeit, verglichen mit einer Zunahme um knapp 1/2 % im vorangegangenen Vierteljahr. Die Berechnungen des DIW fallen noch schlechter aus: Das BIP sei in den letzten drei Monaten sowohl gegenüber dem Vorquartal als auch gegenüber dem Vorjahreswert um real 0,4 % gefallen. Das Statistische Bundesamt geht dagegen für das vierte Quartal noch von einer "roten Null" jeweils im Monats- und Jahresvergleich aus.

Auch die Berechnungen für den Jahresdurchschnitt 2001 fallen bescheiden aus: Die Bundesbanker haben ein Wachstum von 1/2 %, nach 3 % im Jahr 2000 ermittelt. In dieser Größenordnung liegen auch die Ergebnisse des DIW - die Bundesregierung geht allerdings noch von 0,6 % aus. Am 27. Februar wird das Statistische Bundesamt die endgültigen Zahlen veröffentlichen.

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