Optionsscheine
Warrants als Versicherung fürs Aktiendepot

Bei Optionsscheinen denken viele Anleger an schnelles Geld mit wenig Einsatz. Dass sich mit den so genannten Warrants in unsicheren Börsenzeiten auch Aktiendepots vor Verlusten schützen lassen, hat sich indes noch kaum herumgesprochen.

"Selbst wenn es die hundertprozentige Sicherheit nicht gibt - eine solche Strategie ist allemal besser als ein Totalverlust", sagt Frank Burkhardt, verantwortlich für das weltweite Optionsscheingeschäft bei der Société Générale. "Wir wären froh, wenn es genauso viele Hedger wie Spekulanten gäbe", bemerkt Derivatespezialist Thorsten Michalik von der Deutschen Bank. Bislang allerdings dächten trotz der unruhigen Börsenzeiten im Gegensatz zu den Profis weniger als 10% der Privatanleger daran, ihr Depot mit Optionsscheinen abzusichern.

Dabei seien die Scheine verhältnismäßig günstig. "Wer ein schlechtes Gefühl für sein Investment bekommt, sollte absichern", so Michalik. Diese Strategie böte sich gerade für Anleger an, die zwar Gewinne gemacht hätten, aber nicht unbedingt weiterhin an ihr glückliches Händchen glaubten.

Puts und Calls

Grundsätzlich bieten sich zwei Möglichkeiten an, der eigenen Position den Sicherheitsgurt anzulegen: Entweder man kauft eine Verkaufsoption, also einen Put. Oder aber man verkauft sein Aktiendepot und erwirbt dafür eine Anleihe und einen Call-Optionsschein.

"Die erste Möglichkeit ist leicht verständlich und müsste für 99% der Anleger schnell anwendbar sein", meint Michalik. Sollte der Aktienkurs abrutschen, fängt der Put dieses Risiko auf - das ist wie bei einer Versicherung.

Notiert eine Aktie beispielsweise bei 100 Euro und fällt auf 80 Euro, gewinnt der Put mit einem Basispreis von 100 Euro und einem Bezugsverhältnis von eins zu eins 20 Euro am Ende der Laufzeit. Im Endeffekt bleibt also alles beim Alten.

Sollte der Aktienkurs hingegen steigen, verliert der Anleger nur das, was er für den Optionsschein bezahlt hat. Wer nur zwei bis drei Aktien absichern wolle, kaufe sich eben die entsprechenden einzelnen Puts auf die Aktien.

Bei mehreren Aktien beispielsweise aus dem Deutschen Aktienindex (Dax) lohne es sich dagegen, eine Verkaufsoption auf den Index zu erwerben. Das habe den Vorteil, dass man nur einmal Kaufgebühren bezahle und dann auch nur eine Position zu überwachen habe. Allerdings gebe es nicht immer zu jedem Basispreis den entsprechenden Put, räumt der Experte ein.

Konservative Strategie

Wer dagegen seine Depot-Gewinne realisiert und das Geld in einer Kombination aus Anleihe und Call wieder anlegt, verfolgt eine konservativere Strategie. "Ein Anleger löst sein Depot von 100000 Euro auf und kauft dafür eine Anleihe für 95000 Euro und einen Dax-Call für 5000 Euro. Nach einem Jahr wird die Anleihe zu 100000 Euro zurückgezahlt", erklärt Michalik.

Der Anleger hat also seinen ursprünglichen Depotwert bewahrt. Steigen die Kurse, partizipiert der Investor nicht mehr über sein Depot, sondern über seinen Kaufoptionsschein. "Und zwar so, als sei er investiert geblieben", fügt Michalik hinzu.

Quelle: Heike Herbertz
Petra Hoffknecht
Handelsblatt / Redakteurin
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