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Oraceln über Wirtschaftsaufschwung

Oracles Quartalszahlen sorgen für Freudensprünge. Noch vor einem Jahr wären die Anleger enttäuscht gewesen, wenn ein Unternehmen die Analystenerwartungen nicht mindestens um mehrere Cents pro Aktie übertroffen hätte. Heute sorgen Quartalsergebnisse wie bei Oracle, die nur einen Cent über den Erwartungen ausfallen, schon für Hochgefühl. Und die wichtigste Nachricht: Der Softwaregigant hält an den Prognosen für das kommende Quartal fest. Solche Neuigkeiten gelten seit einiger Zeit als Mangelware. Die Softwareschmiede will die Erwartungen von acht Cents Gewinn pro Aktie im laufenden Quartal treffen oder sogar schlagen.

Die Hoffnung, dass der zweitgrößte Softwarehersteller im momentan schwachen Umfeld nun bereits das Schlimmste überstanden hätte, macht die Aktie zum meistgehandelten Papier und zum vorbörslich größten Gewinner.

So lässt auch das Analystenlob auf Oracle nicht lange auf sich warten. "Ich gehe davon aus, dass wir den Boden gesehen haben", sagte ein Analyst von U.S. Bancorp Piper Jaffray. Die Analysten von Credit Suisse First Boston heben die Empfehlung von "kaufen" auf "aggressiv kaufen". Das Kursziel sehen sie bei 24 Dollar. Goldman Sachs sieht das Papier als "Market Outperformer". Das Investmenthaus rechnet mit einem leicht steigenden Aktienkurs in der nächsten Zeit, der aber durch Gewinnwarnungen anderer Technologie-Unternehmen beeinträchtigt werden könnte. Lehman Brothers zeigt sich dagegen nach wie vor skeptisch und geht von keinem besseren dritten Quartal aus. Die Unternehmen würden ihre Ausgaben für Informationstechnologie nach wie vor stark reduzieren, heißt es in einem Report. Doch skeptische Kommentare scheinen die Anleger am Morgen nicht zu hören. Von Oracles guter Laune beflügelt können vorbörslich auch Bea Systems und Siebel Systems an Wert zulegen.

Doch so gut wie der Softwareschmiede kann es am Morgen nicht allen gehen. Denn ohne Gewinnwarnung wird auch dieser Tag nicht zuende gehen. Den Anfang haben bereits Elektronikhersteller Solectron und Netzwerkausrüster Metromedia gemacht. Die Unternehmen warnen die Anleger vor schlechte Quartalszahlen. Beide machen die nachlassende Nachfrage für die eher enttäuschende Quartalsentwicklung verantwortlich.

Gute Quartalsergebnisse dürften heute den Sektor der Brokerwerte beflügeln. Sowohl Goldman Sachs als auch Lehman Brothers konnten die Analystenerwartungen für das vergangene Quartal übertreffen. Goldman Sachs konnte die Prognosen mit einem Gewinn von 1,13 Dollar pro Aktie um sieben Cents schlagen. Brokerhaus Lehman Brothers übertraf die Schätzungen mit einem Ergebnis von 1,38 Dollar sogar um 28 Cents. Zwar liegen beide Ergebnisse unter denen des Vorjahresquartals, doch handelt es sich bei der miserablen IPO-Lage und dem flauen Aktienmarkt um recht zufriedenstellende Ergebnisse.

Mit optimistischen Prognosen wartet Qwest Communications am Morgen auf. Der Kommunikationsdienstleister bestätigt die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr. Trotz der konjunkturellen Abkühlung sehe das Unternehmen steigender Nachfrage entgegen.

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