Oracle sorgt für Optimismus
Wall Street eröffnet freundlich

Oracles erfreuliche Quartalszahlen beflügeln die Märkte. Der Nasdaq Index kann erstmals seit sieben Tagen wieder durchatmen. Zu den größten Gewinnern gehören neben Oracle die Aktien von Siebel und BEA Systems. Auch Microsoft und i2 Technologies gehören zu den beliebten Werten.

Den Grund für die gute Stimmung auf dem Softwaresektor liefern die Quartalsprognosen bei Oracle. Wären Anleger noch vor einem Jahr enttäuscht gewesen, wenn ein Unternehmen die Analystenerwartungen nicht mindestens um mehrere Cents pro Aktie übertroffen hätte, sieht es heute schon anders aus. Quartalsergebnisse wie bei Oracle, die einen Cent über den Erwartungen liegen, sorgen nun schon für Höhenflüge. Und die wichtigste Nachricht: Der Softwaregigant hält an den Prognosen für das kommende Quartal fest. Die Softwareschmiede will die Erwartungen von acht Cents Gewinn pro Aktie im laufenden Quartal treffen oder sogar schlagen. Die Hoffnung, dass der zweitgrößte Softwarehersteller im momentan schwachen Umfeld nun bereits das Schlimmste überstanden hätte, macht die Aktie zum meistgehandelten Papier und zum größten Gewinner der Nasdaq Werte.

So lässt auch das Analystenlob auf Oracle nicht lange auf sich warten. "Ich gehe davon aus, dass wir den Boden gesehen haben", sagte ein Analyst von U.S. Bancorp Piper Jaffray. Die Analysten von Credit Suisse First Boston heben die Empfehlung von "kaufen" auf "aggressiv kaufen". Das Kursziel sehen sie bei 24 $. Goldman Sachs sieht das Papier als "Market Outperformer". Das Investmenthaus rechnet mit einem leicht steigenden Aktienkurs in der nächsten Zeit, der aber durch Gewinnwarnungen anderer Technologie-Unternehmen beeinträchtigt werden könnte. Lehman Brothers zeigt sich dagegen nach wie vor skeptisch und geht von keinem besseren dritten Quartal aus. Die Unternehmen würden ihre Ausgaben für Informationstechnologie nach wie vor stark reduzieren, heißt es in einem Report. Doch skeptische Kommentare scheinen die Anleger am Morgen nicht zu hören. Oracle gewinnt in den ersten Handelsminuten über zehn Prozent an Wert.

Gute Geschäftsergebnisse beflügeln Brokerwerte

Gute Geschäftsergebnisse beflügeln auch den Sektor der Brokerwerte. Sowohl Goldman Sachs als auch Lehman Brothers konnten die Analystenerwartungen für das vergangene Quartal übertreffen. Goldman Sachs konnte die Prognosen mit einem Gewinn von 1,13 $ pro Aktie um sieben Cents schlagen. Das Brokerhaus Lehman Brothers übertraf die Schätzungen mit einem Gewinn von 1,38 $ sogar um 28 Cents. Zwar liegen beide Zahlen unter denen des Vorjahresquartals, doch handelt es sich bei der miserablen IPO-Lage und dem flauen Aktienmarkt um recht zufriedenstellende Ergebnisse. Neben den Aktien von Goldman Sachs und Lehman Brothers zeigen sich auch J.P. Morgan und die Citigroup freundlich.

Trotz schlechter Nachrichten zeigen sich die Aktien des Elektronikherstellers Solectron und des Netzwerkausrüsters Metromedia ebenfalls im Plus. Die Unternehmen warnten die Anleger vor schlechten Quartalszahlen. Die schwache US-Konjunktur und die nachlassende Nachfrage für die eher enttäuschende Quartalsentwicklung seien dafür verantwortlich.

Mit optimistischen Prognosen wartet Qwest Communications am Morgen auf. Der Kommunikationsdienstleister bestätigt die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr. Trotz der konjunkturellen Abkühlung sehe das Unternehmen steigender Nachfrage entgegen.

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