Orange Flieger im Trend
Hintergrund: Easy-Jet

Mit unkonventionellen Methoden stieg Easy-Jet von der Mini-Airline zur erntszunehmenden Konkurrenz der Branchengrößen auf.

dpa LONDON. Der griechische Millionärssohn Stelios Haji-Ioannou war erst 28 Jahre alt, als er 1995 seine eigene Fluggesellschaft gründete: Easy-Jet. Kaum jemand außer ihm hielt es damals für möglich, dass der Neuling mit zunächst nur zwei Flugzeugen in kürzester Zeit zu einem ernsthaften Konkurrenten für Branchenriesen wie British Airways und Lufthansa heranwachsen könnte.

Doch die ganz in knalligem Orange gehaltene Billigfluglinie lag im Trend. Sie verzichtete auf Bordmahlzeiten und karrte ihre Passagiere auch schon mal im Bus über den halben Flughafen und ließ sie dann noch ein Stück laufen. Ihre Zielflughäfen lagen zum Teil weit auswärts "in der Walachei".

Zudem wurden die Passagiere angehalten, selbst im Internet zu buchen. Aber dafür war Easy-Jet oft billiger als die etablierte Konkurrenz. Am Mittwoch gab Easy-Jet für die ersten sechs Monate des laufenden Geschäftsjahres (bis Ende März) einen Vorsteuergewinn von einer Million Pfund (1,6 Millionen Euro) bekannt - gegenüber einem Verlust von zehn Millionen Pfund im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Passagiere erhöhte sich um mehr als ein Drittel.

Mit 31 Flugzeugen fliegt Easy-Jet nun 45 Ziele an. Die angestrebte Übernahme des britischen Konkurrenten Go, die laut Vorstandschef Ray Webster nur noch "eine Frage von Tagen" ist, wird Easy-Jet zur Nummer 1 unter den europäischen Billigfliegern machen.

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