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Orange

Es lässt sich nicht mehr übersehen. In ganz Israel steigt die Zahl der Autos, die ein orangenfarbiges Stoffstück an der Antenne befestigt haben. Das ist kein Modediktat, sondern reflektiert die zunehmende Sympathie, welche die Siedler in der israelischen Bevölkerung offensichtlich geniessen.

Es lässt sich nicht mehr übersehen. In ganz Israel steigt die Zahl der Autos, die ein orangenfarbiges Stoffstück an der Antenne befestigt haben. Das ist kein Modediktat, sondern reflektiert die zunehmende Sympathie, welche die Siedler in der israelischen Bevölkerung offensichtlich geniessen. Denn Orange ist die Farbe der Siedler. Wer Orange trägt, solidarisiert sich mit den Landsleuten, die im August den Gazastreifen verlassen sollen. Die grelle Farbe, die für die Siedler das Gelb der Sonne und den Sand der Strände Gazas symbolisiert, prägt auch Armbänder aus gummiartigem Plastik. Statt (wie bei Lance Armstrong) "Livestrong" ist auf Hebräisch der Satz "Ein Jude vertreibt keinen Juden" gestanzt. Der Erlös aus dem Verkauf der Armbänder fliesst in den Kampf gegen den Rückzug aus dem Gazastreifen.

Der Eindruck, dass Orange (und damit die Siedler) von Tag zu Tag populärer werden, ist heute von einer repräsentativen Meinungsumfrage in der Zeitung Maariv bestätigt worden: Nur noch die Hälfte der Bevölkerung unterstützt derzeit den Abzug. Zum Vergleich: Im März hatten sich fast 70 Prozent der Befragten für den Rückzug aus dem Gazastreifen ausgesprochen. Je näher der Abzugstermin rückt, desto mehr Sympathien geniessen die Siedler im Volk, und desto schwieriger wird es für Scharon, die 8000 Siedler aus dem Gazastreifen zu evakuieren.

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