Archiv
Oranier-Parade unter starken Sicherheitsvorkehrungen

Von der nordirischen Stadt Portadown aus sind protestantische Traditionalisten des Oranier- Ordens am Sonntagmorgen zu ihrem umstrittenen Marsch zu der knapp drei Kilometer weit entfernten kleinen Ortschaft Drumcree aufgebrochen.

Reuters PORTADOWN. Spezialeinheiten der britischen Armee hatten die Sicherheitsvorkehrungen vor der Parade des Oranier-Ordens verschärft. Absperrungen aus NATO-Draht und Metallzäunen sollten verhindern, dass die Protestanten auf ihrem Traditionsmarsch zu Erinnerung an einen historischen Sieg in das katholische Wohngebiet Garvaghy Road, eine Enklave bei Portadown, ziehen und es dort, wie in früheren Jahren, zu Auseinandersetzungen mit den dort lebenden Katholiken kommt.

Die Oranier hatten bereits vor Beginn des Marsches erklärt, sie würden sich an das Verbot des Durchzugs durch das Katholiken-Viertel halten und ihre Kundgebung auf friedliche Weise abhalten. An dem Umzug am Sonntag beteiligten sich rund 2000 Männer mit den bei den nordirischen Traditionalisten üblichen Bowler-Hüten und seidenen, orangefarbenen Schärpen um die Hüfte. Dazu gab es Trommelschlag und Blasmusik.

Die Brücke bei Drumcree wurde von einem britischen Fallschirmjäger-Regiment mit einem sechs Meter breiten Stahltor abgeriegelt. Auch die nähere Umgebung wurde mit Stacheldraht gesichert, unter der Brücke wurde ein tiefer Graben gezogen. Auch die Zufahrten zum Wohngebiet der Katholiken wurde mit riesigen Mengen von Stacheldraht und mit betongefüllten Metallcontainern abgesichert wie eine Festung.

Die Veranstaltung verlief zunächst offenbar ohne Zwischenfälle. Am Vorabend hatten katholische Jugendliche einen britischen Konvoi bei der Durchfahrt durch Portadown mit Steinen beworfen, wobei einige Windschutzscheiben zu Bruch gingen.

Die Parade von Drumcree am sogenannten "Drumcree-Sonntag" ist die umstrittenste der jährlichen Traditionsveranstaltungen der probritischen Protestanten, die mit ihren Umzügen während der "Marschsaison" an die Schlacht an der Boyne Ende des 17. Jahrhunderts erinnern wollen. Damals, am 12. Juli 1690, besiegte der protestantische König Wilhelm von Oranien den katholischen König Jakob II. Die protestantischen Mitglieder des Oranier-Ordens tragen deshalb Schärpen mit den Farben des Königshauses. Die Katholiken empfinden die jährlichen Siegesparaden der Protestanten als Provokation und Hohn.

Wie in den Vorjahren wurde der Umzug als solcher von den Behörden erlaubt, der Durchzug durch das katholische Gebiet jedoch strikt verboten. Ein Vertreter der Polizei äußerte die Erwartung, dass an die Oranier an diesem Sonntag friedlich demonstrieren würden. Der Stil dieser Umzüge habe sich auch mit den Jahren gewandelt, sagte der örtliche Polizeikommandant Steven White. Die Traditionalisten wollten im Prinzip eine friedliche Veranstaltung. Sie seien gegen Gewalt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%