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«Oranje» besiegt Elfmeter-Fluch und zieht ins HalbfinaleDPA-Datum: 2004-06-26 23:39:11

Faro-Loule (dpa) - Dank Arjen Robben hat «Oranje» seinen Elfmeter-Fluch besiegt und steht zum fünften Mal im Halbfinale einer Fußball-Europameisterschaft.

Faro-Loule (dpa) - Dank Arjen Robben hat «Oranje» seinen Elfmeter-Fluch besiegt und steht zum fünften Mal im Halbfinale einer Fußball-Europameisterschaft.

Die Niederländer gewannen das Viertelfinal-Duell in Faro-Loule nach 120 torlosen Minuten im Elfmeterschießen mit 5:4 gegen Schweden und treffen nun in der Runde der letzten Vier in Lissabon auf Gastgeber Portugal. Robben verwandelte den letzten Schuss für die Niederländer, die zuletzt fünf Mal nacheinander bei großen Turnieren im Elfmeterschießen gescheitert waren.

Erst in der dramatischen Verlängerung eines Kräfte raubenden Hitzespiels vor 27 762 Zuschauern im Estadio Algarve erhöhten die Niederländer das Tempo und standen bei Chancen für Robben (93.) und Clarence Seedorf (107.) zwei Mal vor dem ersten «Silver Goal» der EM-Geschichte. Auf der Gegenseite verfehlten Henrik Larsson (112.) und Fredrik Ljungberg (116.) mit Schüssen an Latte und Pfosten die Entscheidung.

Mit dem erneuten Einzug ins EM-Halbfinale dürften die Diskussionen um Dick Advocaat endgültig verstummen. Der Bondscoach saß gegen Schweden zum 54. Mal auf der Trainerbank der Niederländer, überholte damit in der Anzahl der Länderspiele seinen Ziehvater Rinus Michels und dürfte «Oranje» auch auf dem Weg zur WM 2006 begleiten. Seinem Ruf, ein Mann der unpopulären Maßnahmen zu sein, wurde Advocaat indes erneut gerecht, als er Mittelfeld-Star Edgar Davids Mitte der zweiten Halbzeit unter gellenden Pfiffen der eigenen Fans durch Innenverteidiger Johnny Heitinga ersetzte.

Bei Temperaturen nahe 30 Grad und fast völliger Windstille scheuten die Akteure auf beiden Seiten jegliches Risiko und waren vor allem bemüht, mit ihren Kräften Haus zu halten. Im ersten Duell zwischen beiden Ländern seit 21 Jahren versuchten die «Oranjes» mit kontrollierter Offensive zum Erfolg zu kommen, doch Schwedens Abwehr stand sicher wie ein Bollwerk. Der Ex-Rostocker Andreas Jakobsson und Olof Mellberg ließen den vierfachen Turnier-Torschützen Ruud van Nistelrooy im Sturmzentrum kaum zur Entfaltung kommen und nahmen dem Angriff der Niederländer damit seine Schlagkraft.

Weil sie sich mit Kombinationsspiel keine zwingenden Aktionen erspielen konnten, versuchten es die von rund 15 000 Anhängern unterstützte «Oranjes» in einer wenig unterhaltsamen ersten Halbzeit mit Distanzschüssen. Der 20-jährige Robben (10.) und Philipp Cocu (33.) scheiterten an Isaksson, Michael Reiziger (27.) zielte daneben. Auf der Gegenseite kamen die Skandinavier mit ihrem in der Vorrunde so erfolgreichen Konterspiel nicht wie erhofft zum Zuge, weil ihre Stürmer Zlatan Ibrahimovic und Larsson eng markiert wurden. Der erste Torschuss des auffälligsten Schweden, Anders Svensson (42.), wurde abgeblockt.

Den erwarteten offenen Schlagabtausch lieferten sich beide Teams auch nach dem Seitenwechsel nicht. Die Taktik bestimmte auch weiter die von den Abwehrreihen dominierte Partie. Ein Querschläger von Jaap Stam im eigenen Strafraum eröffnete Ibrahimovic (56.) die erste Chance, doch der gebürtige Jugoslawe im Drei-Kronen-Team war zu überrascht und schoss den vor der Linie postierten Cocu an. Ein Pressschlag mit Schlussmann Isaksson hätte van Nistelrooy (62.) beinahe zum Erfolg verholfen, doch der Ball trudelte am Tor vorbei. Die letzte Gelegenheit, allen die Verlängerung zu ersparen, verpasste van Nistelrooy (90.), dessen Kopfball knapp über das schwedische Tor flog.

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