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Orbis kooperiert mit SAP und senkt Prognosen für 2001

Das Software-Beratungshaus Orbis AG hat für 2001 seine Umsatz- und Ergebnisprognose gesenkt und eine Kooperation mit dem Softwarekonzern SAP vereinbart.

Reuters SAARBRÜCKEN. Der Umsatz werde sich nun auf voraussichtlich 31 Mill. Euro statt der zuvor prognostizierten rund 40 Mill. Euro belaufen, sagte Vorstandssprecher Klaus Kieren am Montag. Das operative Ergebnis (Ebit) werde dieses Jahr noch negativ sein. Ursprünglich hatte Orbis für 2001 ein deutlich positives Ebit erwartet. Mit der Kooperation mit SAP ist Orbis nach eigenen Angaben die strategische Neupositionierung gelungen.

Kieren sagte, die Orbis Orbis GmbH-Tochter habe mit SAP vereinbart, ab Oktober 2001 die seit 15 Jahren bestehende Zusammenarbeit im Beratungsbereich auch auf den Customer-Relationship-Management (CRM Kundenbeziehungsmanagement)-Markt auszuweiten. Die Unternehmen richteten dazu ein gemeinsames Competence-Center für CRM in Saarbrücken ein und hätten eine umfangreiche Zusammenarbeit vereinbart, die insbesondere gemeinsame Aktivitäten in den Bereichen Produktentwicklung, Vertrieb sowie Implementierung branchenspezifischer CRM-Lösungen vorsehe. Vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden wechselten rund 60 Orbis-Mitarbeiter aus den Bereichen Produktvertrieb und Softwareentwicklung zu SAP. Zudem werde Orbis am mySAP CRM Partnerprogramm von SAP in Deutschland teilnehmen. Kieren sagte, SAP zahle Orbis im Rahmen der Vereinbarungen einen finanziellen Ausgleich, über dessen Höhe Stillschweigen vereinbart worden sei.

Orbis werde sich künftig auf den Geschäftsbereich Beratung konzentrieren, sagte Kieren weiter. Als Folge der Neuausrichtung werde der geplante Umsatz im Geschäftsbereich Solutions deutlich unterschritten. Die Umsatzentwicklung im fortgeführten Bereich Beratung bleibe davon aber unberührt und verlaufe erwartungsgemäß positiv bei einer geplanten Steigerungsrate von rund 60 %. Bedingt durch den negativen Ergebnisbeitrag des Geschäftsbereichs Solutions und durch Einmalkosten im Zusammenhang mit der Restrukturierung werde das Ebit dieses Jahr noch negativ sein, sagte Kieren weiter. Die Höhe der Restrukturierungskosten konnte der Vorstandssprecher nicht beziffern. Ursprünglich hatte Orbis für 2001 ein deutlich positives Ebit erwartet.

Cash Flow 2001 wieder ausgeglichen

Im Jahr 2002 werde wieder mit einem positiven Ebit gerechnet, sagte Kieren. Der Cash Flow werde bereits 2001 wieder ausgeglichen sein. Die flüssigen Mittel würden deutlich steigen. Im Geschäftsjahr 2000 hatte Orbis einen Umsatz von 24,2 Mill. Euro und ein Ebit inklusive der Kosten für den Börsengang im September 2000 von minus 7,6 Mill. Euro verbucht. Durch die Kooperation mit SAP wolle Orbis seine Marktposition weiter ausbauen, sagte Kieren. Kieren kündigte zudem an, künftig auch den Vorstandsbereich Finanzen zu verantworten. Finanzvorstand Stefan Mailänder werde dann für den Bereich Branchen- und Service-Solutions zuständig sein.

Die Analysten von Independent Research teilten unterdessen mit, sie bewerteten die Orbis-Aktie weiterhin mit "Marktneutral". Die strategische Ausrichtung von Orbis auf die Beratung und die Einführung von mySAP.com sei nicht schlecht, da sich hier ein lukrativer Markt öffne, der über die historisch guten Beziehungen zwischen Orbis und SAP gut erschlossen werde sollte. Orbis habe jetzt ein stetigeres Geschäftsmodell, das auf absehbare Zeit auch profitabel betrieben werden könne.

Orbis ist nach eigenen Angaben ein international tätiges Business-Consulting Unternehmen, das auf die SAP-Software mySAP.com ausgerichtet ist. Neben Niederlassungen in Hamburg und Paris ist das Unternehmen mit Tochtergesellschaften in Bielefeld und den USA vertreten.

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