Ordner weiterhin verschollen
SPD wirft Union skandalöses Verhalten vor

Als skandalös hat die SPD das Verhalten der Union im Zusammenhang mit der Leuna-Affäre bezeichnet. CDU und CSU versuchten mit einer Dringlichkeitsanfrage an die Regierung, Themen aufzubauschen, "die es gar nicht gibt", sagte der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Wilhelm Schmidt, am Mittwoch in Berlin.

wiwo/ap BERLIN. Einem Zeitungsbericht zufolge sollen vor vier Monaten im Kanzleramt doch Originalakten zum umstrittenen Leuna-Geschäft entdeckt worden sein, die eigentlich als vernichtet gelten. Die Regierung hatte den Bericht umgehend zurückgewiesen. Ungeachtet des Dementis wollte die Union von Bundeskanzler Gerhard Schröder und dessen Staatssekretär Frank-Walter Steinmeier wissen, wann sie von dem "Fund von angeblich verschwundenen Original-Leuna-Akten im Kanzleramt erfahren" hätten. Die Regierung sollte am Mittwoch dazu im Bundestag Stellung beziehen. Schmidt sagte, es sei der übliche schlechte Stil der Opposition, auf Grund einer einzigen, dementierten Zeitungsmeldung dringliche Anfragen zu stellen.

Laut "Welt am Sonntag" soll die Bonner Staatsanwaltschaft verschwundene Akten über den umstrittenen Verkauf der ostdeutschen Leuna-Werke im Kanzleramt entdeckt haben. Zwei Ermittler hätten bei einer stichprobenartigen Überprüfung auf Anhieb Originalakten zu dem Komplex entdeckt, darunter auch Vorlagen der früheren Kanzleramtsleitung unter Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU). Dies treffe nicht zu, hatte Schröders Sprecher Uwe-Karsten Heye erklärt. Ein Ordner sei verschollen, sechs weitere seien nicht im Original, sondern lediglich in ungeordneten Kopien vorhanden.

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