Ordnungspolitik im Handelsblatt
Erfolgsmodell Finnland

Während Deutschland sich in der "Agenda 2010" verheddert, haben andere Länder in Europa vorgemacht, wie Reformen durchgeführt werden.

Die meisten nationalen und internationalen Politik- und Wirtschaftsexperten sind sich darüber einig: Die Agenda 2010 weist in die richtige Richtung. Unisono heißt es aber auch: diese Reformen reichen nicht aus, um dem schwächelnden Riesen in Europas Mitte zu stärkerem Wachstum von Wirtschaft, Beschäftigung und Wohlstand zu verhelfen.

Das zeigen nicht nur die neuerlichen Diskussionen über Bürgerversicherung und Co., die - kaum haben die ersten Elemente der Agenda Einzug in den Gesetzestext gehalten - die politische Debatte bestimmen. Noch deutlicher wird Deutschlands Reformmangel im Vergleich mit europäischen Nachbarstaaten. Mitte der 90er-Jahre gelang beispielsweise den Finnen ein "großer Wurf".

Vor einem Jahrzehnt türmten sich die Probleme des 5,2 Millionen Einwohner zählenden Lands an Europas Nordspitze bildlich gesprochen zu wahren Eisbergen: Der Kollaps der Sowjetunion und der damit verbundene Zusammenbruch des starken finnischen Osthandels trafen das Land in einem Moment, als es durch die vorangegangene expansive Fiskalpolitik sowie durch kräftige Lohn- und Preissteigerungen wirtschaftlich bereits angeschlagen war. Mit dramatischen Folgen: Finnlands Wirtschaft schrumpfte drei Jahre lang kräftig, die Staatsverschuldung vervierfachte sich von 14,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 1990 auf 59,6 Prozent im Jahr 1994. In nur drei Jahren stieg die Arbeitslosigkeit von 3,2 Prozent im Jahr 1990 auf sage und schreibe 17,4 Prozent. Jeder Finne merkte an seinem Portemonnaie, was es bedeutet, Wohlstandsverluste verkraften zu müssen.

Aus dieser Not heraus haben die Finnen pragmatisch, konsequent, zielstrebig und mit vereinten Kräften die Ursachen der Strukturkrise bekämpft und ihre volkswirtschaftlichen Ressourcen auf die Zukunft ausgerichtet.

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